BMW Motoröl: 10W-60 oder 5W-40 – welches Öl für welchen Motor?
Im Video von Juli 2024 klärt Max mit Alex von Motul die Dauerfrage nach dem richtigen Öl: 10W-60 oder 5W-40, je nach Motor. Dazu Wechselintervalle, Ölverdünnung durch Kraftstoff und der Ölwechsel vor dem Winter.
Welches Motoröl für welchen BMW-Motor: 10W-60 oder 5W-40?
Das hängt vom Motortyp ab: Hochdrehzahl-Sauger bekommen bei uns 10W-60, Hydrostößel-Sauger und Turbomotoren 5W-40. Im Video von Juli 2024 ordnet Max das BMW Motoröl einmal für alle gängigen Motoren zu, weil auf Instagram-Storys zum Ölservice immer wieder 50 bis 80 Nachrichten folgen 19:05.
- S54, S65, S50, S85
- 10W-60 – hochdrehende M-Saugmotoren
- M50, M52, M54, N52, N53
- 5W-40 – Saugmotoren
- N54, N55, S55, S58
- 5W-40 – Turbomotoren
- Wechsel
- alle 5.000 bis 10.000 km, am besten jährlich vor Saisonende
- Kaum im Einsatz
- 0W-20, 0W-30 und 5W-30
S54, S65, S50 und S85: warum 10W-60?
Weil sie hoch drehen und keine Aufladung haben. 10W-60 ist laut Max ein Hochdrehzahl-Saugeröl, das bei hohen Drehzahlen, Dauerlast und hoher Beanspruchung sehr stabil bleibt. Turbomotoren bevorzugen dünneres Öl, und die Sauger haben andere Lager und Einbauspiele der Kolben.
20W-60 geht auch, ist aber dicker: Die Reibung im Motor steigt und damit die Öltemperatur 19:52. Ein Öl, das Hitze besser verträgt, dann aber mit höherer Temperatur zu fahren, hält Max für fraglich.
Frisches 10W-60 gibt es bei diesen Motoren laut Max alle 5.000 bis 8.000 Kilometer. Als Beispiel nennt er unter anderem das Motul 300V 10W-60, weil diese Öle den Motor innen stark reinigen.
Beim S54 kommt ein zweites Thema dazu: Ist der Regelkolben der Ölpumpe nicht mehr in Ordnung, liefert sie nach einem Track Day im Stand nur noch 0,2 bis 0,3 bar Öldruck. Daher kommen laut Max viele Lagerschäden – nicht nur vom angeblich zu dicken 10W-60 beim Kaltstart.
Mehr dazu findest du auf unserer Seite Pleuellager-Service.
M52 bis S58: warum 5W-40?
Weil Hydrostößel-Sauger und Turbomotoren dünneres Öl mögen 22:37. Beim M52 gleichen Hydrostößel das Ventilspiel permanent aus, und der Motor läuft mit hoher Öltemperatur – deshalb verträgt er 10W-60 nicht so gern.
M50, M52, M54, N52, N53, N54, N55, S55 und S58 laufen laut Max am besten mit 5W-40, auch die alten Alpina-Sechszylinder auf M52-Basis. Dasselbe Motul 300V 5W-40 passt laut Max in den M52 genauso wie in den S58.
Ältere Motoren ohne Direkteinspritzung verdünnen das Öl dabei weniger stark mit Kraftstoff als die neueren. Warum Max auch im G87 M2 auf 5W-40 setzt, liest du im Beitrag Einfahrservice beim BMW M2 G87.
Darf Motul 300V ohne Herstellerfreigabe in einen Motor mit OPF?
Laut Alex von Motul war es in Max’ M2 kein Fehler – eine Herstellerfreigabe hat das Öl aber nicht. Max hatte nach dem Einfahrservice seines M2 mit 300V 5W-40 viel Kritik bekommen und sich vorher bei Alex erkundigt 04:35.
Das 300V erfüllt laut Alex keine aktuellen Serienstandards wie API oder ACEA und hat keine Herstellerfreigaben. In der Leistung übertrifft es aber zum Beispiel die aktuelle API SP, die für aktiven LSPI-Schutz und Verträglichkeit mit OPF- und DPF-Systemen steht.
5W-40 bietet laut Alex guten Verschleißschutz, auch bei höheren Temperaturen oder wenn der Motor fetter läuft. Unverbrannten Kraftstoff im Öl puffert es besser als ein 5W-30 oder 0W-30.
Wichtig für die Einordnung: Max’ M2 ist ein Saisonauto, das zu etwa 80 Prozent auf der Rennstrecke läuft und alle 4.000 bis spätestens 8.000 Kilometer frisches Öl bekommt.
Wie oft solltest du das Motoröl wechseln?
Alle 5.000 bis 10.000 Kilometer, am besten einmal im Jahr. Alex von Motul rechnet mit einer Le-Mans-Distanz von 4.500 bis 5.000 Kilometern: Entspricht dein Fahrprofil dem, solltest du danach wechseln 06:32.
Bei fetter Abstimmung und viel Kurzstrecke rät Alex, den Wechsel vorzuziehen. Wird normal gefahren und der Motor betriebswarm, sind mit Serien-Setup laut Alex 8.000 bis 10.000 Kilometer möglich.
Wurde an Software oder Hardware etwas verändert, sollte das Öl angepasst werden, etwa auf 5W-50 oder 10W-60, und die Intervalle sollten kürzer werden.
„Fünf bis zehntausend Kilometer irgendwann in dem Dreh Öl raus. Am besten einmal jährlich und am besten vor Ende der Saison.“
Max im Video 23:35
Die meisten unserer Stammkunden wechseln laut Max alle 10.000 bis spätestens 15.000 Kilometer. Öle wie 0W-20, 0W-30 und 5W-30 verwenden wir praktisch nicht.
Welches Öl wir für deinen Motor empfehlen, steht auf unserer Seite Motoröl für BMW, was zum Ölservice gehört, unter Service & Wartung.
Warum wechseln wir das Öl früher als vom Hersteller vorgesehen?
Wegen der Ölverdünnung durch Kraftstoff. Die haben laut Max alle Motoren, ob Benziner oder Diesel, ob S55, M54 oder N57 16:59.
„Eine Verdünnung durch Kraftstoff im Öl heißt immer, wir waschen unseren Motor, ja, unsere Lagerstellen frei.“
Max im Video 17:41
Die Folge ist weniger Schmierwirkung, bis hin zu Fressern und Lagerschalenverschleiß. Was sich in 15.000 Kilometern ansammelt, zeigt ein M3 Touring (G81) mit S58 von 2024 bei 17.000 Kilometern.
Es war seine dritte Ölfüllung, das Öl hatte rund 15.000 Kilometer gelaufen – vorgesehen sind 30.000 Kilometer oder 24 Monate. Das Altöl war sehr dunkel, kaum noch durchsichtig und roch nach Kraftstoff, Partikel aus Metall oder Kunststoff enthielt es nicht.
Das Gegenbeispiel ist ein S55 aus erster Hand mit knapp 100.000 Kilometern und nur drei bis vier Ölwechseln. Er braucht Öl, riecht warm gefahren nach verbranntem Öl und stößt eine blaue Wolke aus. Die Ursache sind laut Max verkokte, zugesetzte Kolben- und Ölabstreifringe.
„All diese Motoren haben eins gemeinsam: Sie möchten einfach relativ oft einen Ölservice erfahren.“
Max im Video 27:25
Das Problem zeigt sich laut Max meist nicht in den ersten zwei, drei Jahren, sondern teils erst nach zehn Jahren – und dann oft nicht mehr beim Erstbesitzer. Mehr zu verkokten Ringen am S55 liest du im Beitrag S55 Ölabstreifringe verkokt.
Solltest du das Öl vor oder nach dem Winter wechseln?
Vorher. Max empfiehlt, das Öl vor Ende der Saison zu wechseln und das Auto mit frischem Öl abzustellen – fast alle Kunden machen es laut Max genau andersherum 08:12.
Der Grund ist der Kraftstoff im Altöl. Max vergleicht ihn mit Benzin, das man auf den Boden schüttet: Nach einer Woche ist davon nur noch eine klebrige Pampe übrig – und die gehört über den Winter nicht in die Ölwanne.
Frisches Öl altert im abgestellten Auto laut Alex dagegen kaum, vergleichbar mit einem original verschlossenen Gebinde, weil keine Temperatur ins Öl kommt. Mit dieser Füllung startest du ganz normal in die nächste Saison.
Lass ein eingewintertes Auto bis zum Frühjahr aus, statt es jede Woche ein paar Minuten im Stand laufen zu lassen. Das bringt laut Alex wieder unverbrannten Kraftstoff und saure Komponenten ins Öl. Dass Dichtungen sonst austrocknen, war laut Max ein Thema aus Golf-1-Zeiten.
Öle und Additive findest du in der Kategorie Motoröl, Getriebeöl & Additive.
Was bedeutet ein dumpfes Geräusch beim Anfahren am E46 M3?
Laut Max zu 99,9 Prozent ausgerissene Diff-Lager. Gemeint ist ein dumpfes Geräusch, nicht Metall auf Metall 00:40.
Zwei der Lager sitzen im Differenzialdeckel. Max empfiehlt hier einen neuen silbernen Deckel mit neuen Lagern, auch aus optischen Gründen – dann muss auch das übrige ausgeschäumte Lager ersetzt werden.
Je mehr Spiel in den Lagern und im Achsträger ist, desto mehr arbeitet die Hinterachse, bis irgendwann auch die Aufnahmen ausreißen können. Deshalb bekommt der E46 M3 im Video zusätzlich eine Hinterachsverstärkung.
Fazit: Welches Öl braucht dein BMW-Motor wirklich?
Die Faustregel aus dem Video ist einfach: 10W-60 für die hochdrehenden M-Sauger, 5W-40 für Hydrostößel-Sauger und Turbomotoren. Getunte Motoren bekommen eher dickeres Öl und kürzere Intervalle.
Genauso wichtig ist für Max der Rhythmus: alle 5.000 bis 10.000 Kilometer, einmal im Jahr und vor dem Winter. Beim Motul 300V solltest du wissen, dass es keine Herstellerfreigabe hat.
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Häufige Fragen
Welches Öl für S54, S65 und S85?
Laut Max ein 10W-60. Es ist ein Hochdrehzahl-Saugeröl, das bei hohen Drehzahlen und Dauerlast sehr stabil bleibt. Frisches Öl gibt es alle 5.000 bis 8.000 Kilometer, mindestens einmal pro Saison.
Welches Öl für M52, N55, S55 und S58?
Laut Max ein 5W-40. Hydrostößel-Sauger wie der M52 laufen mit hoher Öltemperatur und mögen kein 10W-60, Turbomotoren bevorzugen ohnehin dünneres Öl.
10W-60 oder 20W-60 – was ist besser?
20W-60 geht laut Max auch, ist aber dicker. Das erhöht die Reibung im Motor und damit die Öltemperatur – deshalb bleibt er bei 10W-60.
Sollte man das Öl vor oder nach dem Winter wechseln?
Vor dem Winter. Altes Öl mit Kraftstoff sollte nicht über den Winter im Motor bleiben. Frisches Öl altert im abgestellten Auto laut Motul kaum.
Soll man ein eingewintertes Auto regelmäßig starten?
Nein. Kurzes Laufenlassen im Stand bringt wieder unverbrannten Kraftstoff und saure Komponenten ins Öl. Austrocknende Dichtungen sind laut Max bei heutigen Autos kein Thema mehr.
Was bedeutet ein dumpfes Geräusch beim Anfahren am E46 M3?
Laut Max zu 99,9 Prozent ausgerissene Diff-Lager. Mit dem Deckel sollten auch die übrigen ausgeschäumten Lager ersetzt werden, bei viel Spiel lohnt eine Hinterachsverstärkung.



