E46 M3 Hinterachse: Risse schweißen und Aufnahmen verstärken
Risse an den Hinterachsaufnahmen sind beim E46 M3 kein Einzelfall – auch an unfallfreien Autos im Serienzustand. Max zeigt an einem M3 aus Kalifornien, warum die Aufnahmen reißen und wie wir sie schweißen, verstärken und gegen Rost schützen.
Das Wichtigste in Kürze
- Beim E46 M3 reißen die Hinterachsaufnahmen meist an den Schweißpunkten rund um die Befestigungsschraube – im Video an allen vier Aufnahmen.
- Ursache laut Max: dünnes Blech, viel Leistung, arbeitende Gummilager im Achsträger und das Antriebsmoment der Kardanwelle. Auch Facelift-Modelle sind betroffen.
- Reparatur: Rissenden aufbohren, V-förmig auffräsen, schweißen, verschleifen, dann 3,5 bis 4 mm starke Verstärkungsbleche einschweißen.
- Schaum allein stoppt keine Risse, ist nach dem Verstärken aber eine gute Zusatzmaßnahme. Gegen Rost: Inox-Spray und 2K-Epoxid-Grundierung.
Inhalt9 Abschnitte
Wo reißt die Hinterachsaufnahme beim E46 M3?
An den Schweißpunkten rund um die Befestigungsschraube der Achse. Im Video von Januar 2021 hatte ein E46 M3 solche Risse an allen vier Hinterachsaufnahmen, auf einer Seite reichte einer bis knapp unter den Tank 07:18.
Ein Wrack war das Auto nicht: ein unfallfreier M3 im Serienzustand, direkt aus Kalifornien importiert. Rost war laut Max „wenig bis eigentlich gar nichts zu sehen“, die gerissenen Aufnahmen fielen schon bei der ersten Inspektion auf.
Warum es gerade an den Schweißpunkten reißt, erklärt Max mit Stift und Papier: Dort hängen ein inneres und ein äußeres Blech zusammen, und genau dort wird die Kraft übertragen. Das Blech ist an diesen Punkten original etwas geschwächt.
Max und der Kunde hatten beschlossen, den M3 aufzuwerten. Neben der Hinterachse stand im Video Folgendes auf dem Plan:
- Fahrzeug
- BMW M3 E46, direkt aus Kalifornien importiert
- Zustand
- unfallfrei, Serie, kaum Rost
- Befund
- Haarrisse an allen vier Hinterachsaufnahmen
- Fahrwerk
- KW V3 und neue Stabilisatoren
- Bremse
- neue Bremsscheiben mit Belägen
- Motor
- Pleuellager und Ölpumpe
Das KW V3 Gewindefahrwerk für den E46 M3 findest du bei uns im Shop. Mehr zu den Pleuellagern steht auf unserer Seite Pleuellager-Service.
Übrigens: Das Video beginnt mit gut sechs Minuten Flugplatz-Action ohne Technik. Um die Hinterachse geht es ab Minute 06:53.
Warum bekommt die E46 M3 Hinterachse Risse?
Vier Dinge kommen laut Max zusammen: dünnes Blech, viel Leistung, ein Achsträger auf Gummilagern und das Antriebsmoment der Kardanwelle 19:25. Schon ab 325 und 328 haben E36 und E46 „gut Dampf“, also Leistung und Drehmoment, die zusätzlich auf den Rahmen wirken.
Der Achsträger sitzt auf vulkanisierten Gummibuchsen: außen Guss, dazwischen ein Gummiring, innen eine Gussbuchse. Befestigt ist er mit zwei Schrauben hinten und zwei Bolzen vorne oben an der Karosserie.
Bei jedem Lastwechsel und Gangwechsel arbeitet die Achse in diesen Lagern. Diese Bewegung geht immer wieder in den Rahmen und damit in die Aufnahmen.
Das Antriebsmoment der Kardanwelle will den Rahmen zusätzlich verwinden. Deshalb ist das Problem nach Max’ Erfahrung meist an der Aufnahme vorne rechts und hinten links am größten, vorne rechts oft am schlimmsten.
Für die Lager im Achsträger führen wir eine Alternative aus Aluminium: das MxM Alu-Tonnenlager für den Hinterachsträger, passend für E36 und E46 inklusive M3.
Betrifft das auch Facelift-Modelle?
Ja. Viele glauben, ab dem Facelift sei das Thema erledigt – das stimmt laut Max nicht 18:18.
„Die E46 haben das alle, manche mehr, manche weniger.“
Max im Video 18:28
Ein Riss beweist auch nicht, dass das Auto auf der Rennstrecke war. Laut Max hatten selbst Autos von „Mütterle oder Opa“ ausgerissene Hinterachsen.
Wie schweißt man Risse an der Hinterachsaufnahme?
In fünf Schritten, damit der Riss nicht weiterwandert 10:48. Max zeigt, wie er es macht – eine Anleitung zum Selbermachen soll das ausdrücklich nicht sein.
- Risse markieren. Zuerst werden alle Risse kenntlich gemacht.
- Rissenden aufbohren. Anfang und Ende jedes Risses bohrt Max mit einem 2,5-mm-Bohrer auf. So kann der Riss auch nach dem Schweißen nicht weiterwandern.
- V-förmig auffräsen. Mit einem Pneumatikschleifer und kleinem Fräsaufsatz fräst er den Riss von Loch zu Loch zu einem V-Kanal auf.
- Schweißen. Dann wird mit Schutzgas verschweißt, „ziemlich heiß verbraten, so dass das Material auch richtig wieder zusammenfindet“.
- Verschleifen. Erst grob mit einer Schruppscheibe, dann ganz leicht mit einer feineren Scheibe.
Warum das V? Ohne Fräsung läge die Schweißnaht nur oben auf. Nach dem Verschleifen bliebe davon fast nichts übrig, und der Riss wäre im Blech immer noch da.
Mit der V-Fräsung bringt Max genug Schweißmaterial in den Riss. Halten würde es laut Max wohl auch ohne – aber so hält es besser.
Wie funktioniert die Hinterachsverstärkung beim E46?
Mit Verstärkungsblechen, die die Last auf eine größere Fläche verteilen. Max verwendet gekantete und gelaserte Stahlbleche, nach seiner Angabe 3,5 bis 4 mm stark 16:34.
Jedes Blech wird unten mit der Schraube fixiert, mit der auch die Hinterachse verbunden ist. Danach verschweißt Max es durch die Schlitze im Blech und umlaufend am Rand.
„Und dann habt ihr nicht mehr das Problem, dass die Hinterachse nur noch an diesen ultradünnen Punkten hier hängt“
Max im Video 16:58
Die Kraft verteilt sich so auf den ganzen Schenkel, und die Aufnahme ist an viel mehr Punkten mit der Karosserie verbunden. So beugt man laut Max einem erneuten Ausreißen vor.
Erst die Karosserie instand setzen, dann verstärken: Bevor die Versteifungsplatten draufkommen, schweißt Max die Risse im Originalblech. Das „sollte man natürlich machen, bevor man diese Versteifungsplatten aufsetzt“.
Wie wir dabei vorgehen, beschreibt unsere Seite Hinterachsverstärkung für den E46. Lager und Verstärkungen findest du in der Kategorie Achslager, Uniball & Verstärkungen.
Reicht die Verstärkung auch für die Rennstrecke?
Für den Straßeneinsatz reicht sie laut Max vollkommen 17:33. Bei extremem Trackeinsatz kommt aber auch sie an ihre Grenzen.
Als Beispiel nennt Max einen in Richtung GT umgebauten E46 M3 mit 1.000 bis 1.500 Runden Nordschleife im Jahr. Bei dieser Belastung sind auch die verstärkten Aufnahmen durch.
Hilft Hohlraumschaum gegen Risse an der Hinterachse?
Allein nicht. Ein Schaum verhindert laut Max nicht, dass das Blech weiterreißt 23:04. Nach dem Verstärken setzt er ihn trotzdem zusätzlich ein.
Früher wurde bei Knackgeräuschen an der Hinterachse oft ein Zwei-Komponenten-Hohlraumschaum eingebracht. Beim E46 bohrt man dafür teilweise zwei zusätzliche Löcher hinter der Rücksitzbank und sprüht den Dehnschaum mit einer Lanze von oben ein.
Seltener wurde die Achse ausgebaut, im Extremfall sogar die ganze Bodengruppe herausgetrennt. Max hat das selbst schon gemacht und nennt Kosten und Aufwand „unfassbar“.
Warum er nach dem Verstärken trotzdem ausschäumt: Die Bleche an den Aufnahmen sind innen hohl. Der Schaum dehnt sich aus und wird hart, dadurch hat das Blech viel weniger Möglichkeiten zu arbeiten.
„Das rettet kein Leben, aber es ist auf jeden Fall einfach noch mal eine wirklich gute zusätzliche Maßnahme, die ich bei solchen Sachen eigentlich immer mache.“
Max im Video 23:41
An seinem eigenen und an einem weiteren Tracktool in der Werkstatt sind die Hinterachsen komplett ausgeschäumt – bis zum Dreh ohne weitere Probleme.
Wie werden die Schweißstellen vor Rost geschützt?
In zwei Stufen: Inox-Spray vor dem Einschweißen, Zwei-Komponenten-Epoxid-Grundierung danach 23:58. Denn Schweißnähte sind laut Max immer eine gute Angriffsfläche für Rost und Korrosion.
Vor dem Einschweißen der Verstärkungsbleche wurden die Bleche von innen und die Karosserie mit Inox-Spray behandelt. Die Epoxid-Grundierung beschreibt Max als eine Art Kunstharz – luftabdichtend und wasserresistent.
Max streicht die Stellen damit ein, danach muss die Grundierung 24 Stunden aushärten. Das Ausschäumen und den Zusammenbau der Achse zeigt dieses Video nicht mehr.
Fazit: Lässt sich eine gerissene E46-Hinterachse dauerhaft reparieren?
Ja, wenn man die Risse sauber schweißt und die Aufnahmen danach verstärkt. Ist der Schaden sehr stark, muss laut Max allerdings die Bodengruppe neu eingeschweißt werden – bei diesem M3 sah er noch ein „gutes Anfangsstadium“.
Ehrlich bleibt Max auch bei den Grenzen: Schaum allein hilft nicht, und bei extremem Trackeinsatz reißen selbst verstärkte Aufnahmen. Und Risse heißen beim E46 nicht automatisch, dass das Auto hart rangenommen wurde.
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Häufige Fragen
Sind auch Facelift-Modelle des E46 von Hinterachsrissen betroffen?
Ja. Laut Max haben das alle E46, manche mehr, manche weniger. Die Annahme, ab dem Facelift sei das Problem behoben, stimmt nach seiner Erfahrung nicht.
Heißt ein Riss an der Hinterachsaufnahme, dass das Auto auf der Rennstrecke war?
Nein. Haarrisse sind laut Max kein Beleg für Rennstreckeneinsatz – auch ruhig bewegte Autos hatten schon ausgerissene Hinterachsen.
Wo reißen die Hinterachsaufnahmen beim E46 meistens zuerst?
Nach Max’ Erfahrung meist vorne rechts und hinten links, wobei vorne rechts oft die schlimmere Stelle ist. Grund ist das Antriebsmoment der Kardanwelle, das den Rahmen verwinden will.
Reicht eine Hinterachsverstärkung beim E46 auch für die Rennstrecke?
Für den Straßeneinsatz reicht sie laut Max vollkommen. Bei extremem Trackeinsatz – er nennt 1.000 bis 1.500 Runden Nordschleife im Jahr – können auch verstärkte Aufnahmen reißen.
Hilft Hohlraumschaum allein gegen Risse an der Hinterachse?
Nein, Schaum verhindert nicht, dass das Blech weiterreißt. Nach dem Schweißen und Verstärken nimmt der ausgehärtete Schaum dem Blech aber Bewegungsspielraum, deshalb schäumt Max zusätzlich aus.


