Öl-Ratgeber von Max

Welches Öl für den BMW N55?

In den N55 kommt bei uns ein 5W-40, denn ein 10W-60 wäre für den Turbomotor zu dick – gewechselt wird alle 5.000 bis 10.000 Kilometer, mindestens einmal im Jahr.

Max Pühl füllt Motoröl ein Max’ EmpfehlungBMW N55
Viskosität
5W-40
Wechseln
Alle 5.000–10.000 km, mindestens einmal im Jahr – am besten vor dem Winter

Warum 5W-40 im N55?

Der N55 ist ein Turbomotor, und Turbomotoren bevorzugen dünneres Öl als die hochdrehenden M-Saugmotoren. Ein 10W-60 wäre zu dick. N52, N53, N54, N55, S55 und S58 „leben alle das gleiche Leben“ und haben laut Max ziemlich gerne ein 5W-40 (22:13). Dünner fahren wir ihn aber auch nicht: Ein 5W-40 puffert laut Alex von Motul unverbrannten Kraftstoff im Öl besser als ein 5W-30 oder 0W-30 (02:47). Öle wie 0W-20, 0W-30 und 5W-30 verwenden wir praktisch nicht.

Ein weiterer Grund steckt in der Vanos. In den Flügelzellenverstellern von S55, N55 und N54 arbeiten sich die Flügelzellen mit der Zeit ins Gehäuse ein, bis der Verstellweg nicht mehr reicht. Dickflüssigeres Öl soll laut Max dem vorbeugen (05:07). Viele Motoren sind daran bisher aber nicht gescheitert.

Was ein kurzes Ölwechselintervall bringt

Das zeigt ein 435i von 2013 mit 185.000 km. Kunde und Vorbesitzer verzichteten auf den Long-Life-Service und wechselten Öl samt Filter ungefähr alle 8.000 bis 12.000 km, mit 5W40 statt 0W30 oder 5W30 (04:37).

„Also in dem Fall sieht der Motor aus, als wäre er immer vernünftig warm und kalt gefahren worden und auch der Ölwechselintervall eingehalten.“

Max Pühl · Video vom 28.01.2024, 05:50

Unsere Regel für den N55: alle 5.000 bis 10.000 Kilometer, mindestens einmal im Jahr, am besten vor dem Winter. Bei viel Kurzstrecke oder geänderter Software rät Alex von Motul, den Wechsel vorzuziehen (05:26).

Öl und Lager: erst warm, dann Last

Pleuellagerschäden entstehen laut Max vor allem durch die Art, wie der Motor genutzt wird: nicht richtig warm- und kaltgefahren, falsches, zu dünnes Öl, Rennstrecke mit zu dünnem Öl, ohne auf die Temperatur zu achten (02:48). Fahr den N55 deshalb erst warm, bevor du Last gibst, und nach schneller Fahrt die letzten Kilometer ruhig.

Was der Ölwechsel verrät

Beim Ölwechsel lohnt ein Blick in die Wanne: Am 435i lagen Plastikstücke vor dem Ölhobel – Teile der unteren Spannschiene der Steuerkette (04:09). An Ölwanne, Ölpumpe und Ventildeckel kommen bei uns nach dem Lösen immer neue Aluschrauben, denn sie sind bei BMW Einwegteile.

Welches Öl in andere BMW-Motoren gehört, steht im Motoröl-Ratgeber für BMW. Steuerkette, Tuning und Kaufberatung zum Sechszylinder findest du unter Alles zum BMW N55.

Häufige Fragen zum Öl im N55

Welches Öl für M52, N55, S55 und S58?

Laut Max ein 5W-40. Hydrostößel-Sauger wie der M52 laufen mit hoher Öltemperatur und mögen kein 10W-60, Turbomotoren bevorzugen ohnehin dünneres Öl.

Mehr dazu im Beitrag: BMW Motoröl: 10W-60 oder 5W-40 – welches Öl für welchen Motor? →Max erklärt’s im Video ab 22:37

Sollte man das Öl vor oder nach dem Winter wechseln?

Vor dem Winter. Altes Öl mit Kraftstoff sollte nicht über den Winter im Motor bleiben. Frisches Öl altert im abgestellten Auto laut Motul kaum.

Mehr dazu im Beitrag: BMW Motoröl: 10W-60 oder 5W-40 – welches Öl für welchen Motor? →Max erklärt’s im Video ab 8:12

Soll man ein eingewintertes Auto regelmäßig starten?

Nein. Kurzes Laufenlassen im Stand bringt wieder unverbrannten Kraftstoff und saure Komponenten ins Öl. Austrocknende Dichtungen sind laut Max bei heutigen Autos kein Thema mehr.

Mehr dazu im Beitrag: BMW Motoröl: 10W-60 oder 5W-40 – welches Öl für welchen Motor? →Max erklärt’s im Video ab 9:20

Woher kommen Plastikstücke in der Ölwanne?

Am 435i im Video stammten sie von der unteren Spannschiene der Steuerkettenführung.

Mehr dazu im Beitrag: N55 Steuerkette wechseln: Kettenschienen und Pleuellager am 435i →Max erklärt’s im Video ab 11:08

Wie oft sollte man beim N55 das Öl wechseln?

Alle 5.000 bis 10.000 Kilometer, mindestens einmal im Jahr – am besten vor dem Winter.

Kann ich in den N55 ein 10W-60 einfüllen?

Davon raten wir ab. Turbomotoren mögen dünneres Öl als die hochdrehenden M-Saugmotoren – ein 10W-60 wäre zu dick. Wir füllen 5W-40 ein.

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