Motoröl für BMW: Welches Öl in welchen Motor – und wie oft wechseln?
Max’ gesammeltes Öl-Wissen aus über 25 Videos: welches Öl in welchen BMW-Motor gehört, wann es raus muss, warum Kraftstoff im Öl der eigentliche Gegner ist und was Glitter im Altöl bedeutet. Im Öl-Wegweiser wählst du dein Modell und bestellst das passende Öl direkt.
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Wähle dein Modell oder direkt den Motor. Du siehst, was Max einfüllt, wie oft gewechselt wird und welches Öl aus unserem Shop passt.
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Das passende Öl für diesen Motor besorgen wir dir gern. Schreib uns kurz über das Formular, welches Fahrzeug du hast – oder lass den Ölservice gleich bei uns machen.
Wie viel Öl dein Motor braucht, steht in der Betriebsanleitung – je nach Motor sind es zwischen gut 4 und rund 10 Litern.
Lieber machen lassen? Wir wechseln Öl und Filter mit Blick ins Altöl, auf den Filter und auf den Ölkühler.
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Das Wichtigste aus diesem Ratgeber auf zehn Seiten zum Ausdrucken: zehn Öl-Regeln, Motortabelle, Werksvorgabe gegen Max’ Empfehlung, Altöl-Ampel und Max’ Öl-Empfehlungen mit QR-Codes zum direkten Bestellen. Wir schicken ihn dir kostenlos per E-Mail.
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Welches Öl gehört in einen S55? Warum fährt ein S54 mit 10W-60? Und wie oft muss das Öl wirklich raus? Kaum ein Thema bringt uns so viele Nachrichten. Max hat in seinen Videos über die Jahre fast alles dazu gesagt – an offenen Motoren, an Ölwannen und an aufgeschnittenen Filtern. Hier steht dieses Wissen an einem Ort, mit seinen Originalsätzen und den passenden Videostellen.
„Ihr müsst auch gar nicht jetzt zu uns alle kommen und das Öl wechseln lassen. Das könnt ihr gerne auch in anderen Werkstätten machen. Es ist einfach nur ein reiner Ratgeber dafür, wie ihr eure Motoren gut erhalten könnt …“
Maximilian Pühl · Video vom 17.07.2024, ab 27:06
Die Empfehlungen gelten für sportlich bewegte BMW, vor allem für die M-Motoren. Steht dein Auto noch in der Herstellergarantie, zählt die Freigabe des Herstellers – dazu mehr im Kapitel zur Ölwahl.
Die Kurzfassung: Max’ zehn Öl-Regeln
- Das Öl nach der Bauart wählen, nicht nach dem Modelljahr. Turbomotoren und Sechszylinder mit Hydrostößeln bekommen bei uns 5W-40, die hochdrehenden M-Saugmotoren 10W-60.
- Alle 5.000 bis 10.000 Kilometer wechseln, mindestens einmal im Jahr. Wer auf die Rennstrecke geht, bleibt am unteren Ende.
- Kraftstoff im Öl ist der eigentliche Gegner. Jeder Motor trägt beim Fahren Kraftstoff ins Öl ein. Das verdünnte Öl schmiert schlechter, und die Lager leiden.
- Vor dem Winter wechseln, nicht danach. Das Auto mit frischem Öl abstellen und über den Winter nicht zwischendurch laufen lassen.
- Den ersten Ölwechsel früh machen. Beim neuen Motor nach etwa 2.000 Kilometern, nach einer Motorrevision schon nach 600 bis 1.000 Kilometern.
- Erst warm, dann Last. Vor Vollgas zehn bis fünfzehn Minuten fahren, bis das Öl auf Temperatur ist, und nach schneller Fahrt den Motor ruhig kalt fahren.
- Kurzstrecke schadet mehr als Kilometer. Viele Kaltstarts mit wenigen Kilometern setzen einem Motor stärker zu als eine hohe Laufleistung.
- Das Altöl ansehen. Feiner Glitter ist normal, Späne sind es nicht. Dunkles Öl mit Benzingeruch zeigt, wie viel Kraftstoff drin war.
- Nicht zu dick und nicht zu dünn. Ein 10W-60 macht einen modernen Turbomotor heißer, und in einen Motor, der mit 10W-60 ausgeliefert wurde, kommt nichts Dünneres.
- Getriebe und Differenzial nicht vergessen. Auch Getriebeöl verschleißt, und das Differenzialöl sollte spätestens alle zwei Jahre raus.
Welches Öl für welchen BMW-Motor?
Unsere Empfehlung hängt an der Bauart des Motors: Hat er einen Turbolader? Arbeitet er mit Hydrostößeln? Ist es ein hochdrehender Saugmotor aus der M-Abteilung? Daraus ergeben sich drei Gruppen.
- S58
- S55
- S63
- N55
- N54
- N53
- N52
- M54
- M52
- M50
- S50
- S54
- S65
- S85
- S14
- M88
| Motor | Typische Modelle | Was wir einfüllen |
|---|---|---|
| S58 | M2 (G87), M3 (G80/G81), M4 (G82/G83), X3 M, X4 M | 5W-40 |
| S55 | M3 (F80), M4 (F82/F83), M2 Competition (F87) | 5W-40, im Winter 0W-40 |
| S63 | M5 (F10), M6 (F06/F12/F13) | 5W-40 |
| N55 | 335i und 435i (F3x), M135i, M235i | 5W-40 |
| N54 | 335i (E9x), 135i, 1er M Coupé, 740i (F01) | 5W-40 |
| N52, N53 | Sechszylinder-Saugmotoren, z. B. 325i und 330i (E9x) | 5W-40 |
| M50, M52, M54 | Sechszylinder in E36, E39 und E46 | 5W-40 |
| S85 | M5 (E60/E61), M6 (E63/E64) | 10W-60 |
| S65 | M3 (E90/E92/E93) | 10W-60 |
| S54 | M3 (E46), Z4 M, Z3 M ab 2001 | 10W-60 |
| S50 | M3 (E36) | 10W-60 |
| S14 | M3 (E30) | 15W-40 |
| M88 | M635CSi (E24), M5 (E28) | 15W-40 |
5W-40, 10W-60, 15W-40: was die Zahlen bedeuten
Die Bezeichnung auf dem Kanister beschreibt, wie zähflüssig ein Öl ist – einmal kalt, einmal warm.
Ein 10W-60 ist also kalt etwas zäher als ein 5W-40 und warm deutlich dicker. Warum das zum Motor passen muss, erklärt Max mit der Bauart: Die hochdrehenden M-Saugmotoren haben andere Lager- und Kolbeneinbauspiele und keine Aufladung. Sie mögen das dicke Öl, das auch bei hohen Drehzahlen und Dauerlast stabil bleibt. Turbomotoren bevorzugen dünneres Öl, und Sechszylinder mit Hydrostößeln laufen mit einem 10W-60 zu heiß.
Zu dick ist auch falsch
„10W-60 wäre viel zu dick. Wir haben dadurch, dass das Öl zu dick ist, einfach viel höhere Öltemperaturen, was ja am Ende auch wieder schlecht ist.“
Maximilian Pühl über moderne M-Motoren wie S55 und S58 · Video vom 19.05.2024, ab 14:13
Für die Rennstrecke reicht im S55 und S58 ein 5W-40. Für Max ist es in diesen modernen Motoren das beste Öl, gerade bei sportlicher Fahrweise. Wer es auf der Strecke richtig wild treibt, kann laut Max auch zu einem 5W-50 greifen.
Auch bei den Saugmotoren gibt es ein Zuviel. Ein 20W-60 ist möglich, aber selten sinnvoll:
„Man kann sie auch mit einem 20W60 befeuern, allerdings muss man dann drauf achten, da dieses Öl dicker ist, haben wir eine höhere Reibwirkung im Inneren des Motors.“
Maximilian Pühl · Video vom 17.07.2024, ab 19:52
Die Folge ist eine höhere Öltemperatur. Man füllt also ein Öl ein, das mehr Hitze verträgt, und erzeugt damit selbst mehr Hitze.
Und zu dünn erst recht
„Deswegen bitte in einem Motor, der mit 10W60 ausgewiesen ist oder so vom Band gelaufen ist, nichts reinschütten, was 5W50 oder 5W40 oder noch dünner ist.“
Maximilian Pühl · Video vom 09.10.2022, ab 06:31
Wie oft das Öl wechseln? Alle 5.000 bis 10.000 Kilometer
Die Antwort, die Max in seinen Videos immer wieder gibt, ist kurz:
„Fünf bis zehntausend Kilometer irgendwann in dem Dreh Öl raus. Am besten einmal jährlich und am besten vor Ende der Saison.“
Maximilian Pühl · Video vom 17.07.2024, ab 23:35
Für sportlich bewegte Fahrzeuge empfehlen wir damit kürzere Intervalle als das Herstellerintervall. Den Grund nennt Max an anderer Stelle sehr direkt:
„Nach ungefähr sechstausend bis achttausend Kilometer ist das frische Motoröl gesättigt mit Verunreinigung, mit Sprit. Danach baut es nur noch ab.“
Maximilian Pühl · Video vom 10.03.2024, ab 14:09
Wann das Öl raus sollte
Unabhängig von den Kilometern: mindestens einmal im Jahr, am besten vor dem Winter. Max’ eigenes Trackauto bekam alle vier- bis fünftausend, spätestens nach achttausend Kilometern frisches Öl.
Wie viel das ausmacht, zeigen zwei Motoren, die bei uns offen auf der Werkbank lagen. Der eine, ein S65 mit 200.000 Kilometern, war innen sauber, ohne Ölkohle:
„Das Einzige, was dieser Motor, und der hat zweihunderttausend Kilometer gelaufen, immer bekommen hat, war ein jährlicher Service bei zwischen acht und zwölftausend Kilometern.“
Maximilian Pühl · Video vom 17.07.2024, ab 20:42
Der andere, ein S55 mit knapp 100.000 Kilometern, hatte in dieser Zeit drei bis vier Ölwechsel bekommen. Seine Kolben- und Ölabstreifringe waren verkokt, der Motor verbrauchte Öl.
Was passiert, wenn das Öl gar nicht gewechselt wird
Ein M5 Touring mit V10, der seit 2014 oder 2015 keinen Ölservice mehr bekommen hatte: Max zerlegt die Ölversorgung und zeigt, wie sich das Ölpumpensieb zugesetzt hat.
„Das heißt, dadurch, dass du einfach das Öl nicht wechselst, wird es immer älter, immer vergammelter, immer mehr Ruß und Dreck lagert sich ab.“
„Und jetzt könnt ihr euch vorstellen, das ist dann ein Selbstzerstörungsmechanismus.“
Maximilian Pühl · Video vom 03.07.2024, ab 06:40
Selbstzerstörung deshalb, weil selbst frisches Öl die alten Ablagerungen löst und in das Sieb spült. Das Sieb wird immer dichter, bis Öldruck und Fördermenge fehlen.
„Je länger das Öl drin bleibt und je schlechter die Ölqualität ist, desto mehr von dieser ekligen Ablagerung habt ihr da drin.“
Maximilian Pühl an den Ventildeckeln eines S65 · Video vom 03.03.2024, ab 20:40
Werksvorgabe oder Max’ Empfehlung?
Die Service-Anzeige meldet den Ölwechsel je nach Modell erst nach bis zu 30.000 Kilometern oder zwei Jahren, und in den modernen M-Turbomotoren ist ab Werk ein dünnes Öl mit Longlife-Freigabe drin. Für den Alltag und für die Garantie ist das die Vorgabe. Wer sein Auto sportlich fährt, gibt dem Motor mit Max’ Empfehlung deutlich mehr Reserve – aus drei Gründen.
1Wann das Öl am Ende ist
oder 2 Jahre
mind. 1× im Jahr
Nach ungefähr 6.000 bis 8.000 Kilometern ist frisches Öl laut Max mit Verunreinigungen und Kraftstoff gesättigt – danach baut es nur noch ab. Beim Werksintervall fährt das Öl also den größten Teil der Strecke in diesem Zustand.
Quellen: Max im Video vom 10.03.2024, ab 14:09 · Herstellerintervall am Beispiel eines G81 M3 Touring: Video vom 17.07.2024, ab 11:33
2Ölwechsel bis 100.000 Kilometer
Wie viel das ausmacht, zeigen zwei Motoren aus unserer Werkstatt: Ein S55 aus erster Hand kam mit knapp 100.000 Kilometern und drei bis vier Ölwechseln – Ölabstreif- und Kolbenringe verkokt, Ölverbrauch, blaue Wolke. Ein S65 mit 200.000 Kilometern, der jedes Jahr nach 8.000 bis 12.000 Kilometern frisches Öl bekam, war innen sauber.
Quellen: S55, Video vom 17.07.2024, ab 25:07 · S65, ab 20:42
3Welche Viskosität – ab Werk und bei Max
Turbomotoren mögen dünneres Öl als die Saugmotoren. Im Betrieb verdünnt aber der Kraftstoff das Öl weiter, und ein 5W-40 verkraftet das besser als ein 5W-30 oder 0W-30. Ein 10W-60 wäre für S55 und S58 zu dick und treibt die Öltemperatur hoch. In einen Motor, der mit 10W-60 ausgeliefert wurde, kommt dagegen nichts Dünneres.
Auf einen Blick
| Werksvorgabe | Max’ Empfehlung | |
|---|---|---|
| Ölwechsel | je nach Modell bis 30.000 km oder 2 Jahre | alle 5.000–10.000 km, mindestens einmal im Jahr |
| Zeitpunkt | wenn die Service-Anzeige es meldet | vor dem Winter |
| Öl für S55 und S58 | 0W-30 oder 5W-30 mit Longlife-Freigabe | 5W-40 |
| Öl für S54, S65, S85 | 10W-60 | 10W-60 |
| Erster Ölwechsel | nach Herstellervorgabe | nach etwa 2.000 km, mit Blick in Altöl und Filter |
| Gedacht für | Alltag und Garantie | sportliche Fahrweise, Rennstrecke, Liebhaberfahrzeuge |
Max bleibt dabei realistisch: Wer 15.000 bis 20.000 Kilometer auf einem Öl fährt, dem fällt der Motor nicht gleich auseinander. Es geht um Reserve, um weniger Ablagerungen und um die Lebensdauer der Lager – gerade bei Motoren, die gefordert werden (Video vom 19.05.2024, ab 13:32).
Kraftstoff im Öl: der unsichtbare Verschleiß
Wer verstehen will, warum Max so früh wechselt, muss diesen Punkt kennen. Beim Verbrennen gelangt immer etwas Kraftstoff ins Öl, und zwar bei jedem Motor:
„… es ist völlig egal, welcher Motor das ist, die haben alle eins gemeinsam: Sie haben eine Ölverdünnung durch Kraftstoff. Das ist egal, ob Benzin oder Diesel.“
Maximilian Pühl · Video vom 17.07.2024, ab 17:30
Kraftstoff wäscht den Schmierfilm weg. Je mehr davon im Öl ist, desto schlechter schmiert es, und am meisten leiden die Lager:
„Eine Verdünnung durch Kraftstoff im Öl heißt immer, wir waschen unseren Motor, ja, unsere Lagerstellen frei.“
Maximilian Pühl · Video vom 17.07.2024, ab 17:41
Woran du viel Kraftstoff im Öl erkennst:
- Geruch: Das abgelassene Öl riecht deutlich nach Benzin.
- Ölstand: Er sinkt nicht, er steigt sogar, weil sich das Öl mit Kraftstoff anreichert.
- Farbe: Das Öl ist schon nach wenigen tausend Kilometern sehr dunkel.
Motoren mit Direkteinspritzung sind laut Max deutlich stärker betroffen als ältere Motoren ohne. Kurzstrecke verstärkt den Effekt, weil der Motor selten richtig warm wird.
Extremfall S63: undichte Injektoren
Beim V8-Biturbo im M5 und M6 ist Spritverdünnung ein großes Thema. Am Zündkerzenbild erkennt Max einen Zylinder, der zu fett läuft: Ein undichter oder verkokter Injektor gibt zu viel Kraftstoff ab, und ein Teil davon landet im Öl. Im M6 aus dem Video kamen deshalb alle acht Injektoren neu.
„… Spritverdünnung ist ein großes Thema bei diesen Teilen.“
Maximilian Pühl über den S63 · Video vom 07.12.2025, ab 33:06
Ölwechsel vor dem Winter, nicht danach
„Und das, was ich immer empfehle … das Öl vor Ende der Saison wechseln und das Auto mit frischem Öl abstellen.“
Maximilian Pühl · Video vom 17.07.2024, ab 08:12
Die meisten machen es genau andersherum und wechseln im Frühjahr. Dann steht aber ein halbes Jahr lang Altöl mit Verbrennungsrückständen und Kraftstoff im Motor. Wer Motoren öffnet, riecht, wie viel Kraftstoff nach vier-, fünftausend Kilometern im Öl ist. Max vergleicht es mit verschüttetem Kraftstoff, der nach einer Woche zu einer klebrigen Masse wird – nur eben in der Ölwanne.
Und über den Winter? Nicht starten.
„Also ihr tut eurem Motor wirklich mehr Gutes, wenn ihr ihn nicht startet, anstatt einmal die Woche anzumachen …“
Maximilian Pühl · Video vom 17.07.2024, ab 09:44
Kurzes Laufenlassen im Stand bringt wieder Kraftstoff ins Öl, ohne dass der Motor richtig warm wird. Dass Dichtungen austrocknen, wenn ein Auto ein paar Monate steht, hält Max bei heutigen Autos für ein Argument von früher.
- Kurz vor Saisonende Öl und Filter wechseln.
- Das Auto mit frischem Öl abstellen.
- Über den Winter nicht zwischendurch im Stand laufen lassen.
- Im März oder April mit frischem Öl in die Saison starten.
Neuer oder revidierter Motor: einfahren und früh wechseln
Neuwagen: erster Ölwechsel nach etwa 2.000 Kilometern
In einem neuen Motor laufen alle Teile zum ersten Mal ineinander ein. Den Abrieb aus dieser Phase willst du nicht bis zum ersten regulären Service im Öl haben. Deshalb machen wir den ersten Ölwechsel früh, nach etwa 2.000 Kilometern – auch bei Modellen, für die der Hersteller keinen Einfahrservice vorsieht.
Das erste Altöl ist dabei aufschlussreich. Max fängt es im durchsichtigen Becher auf, wie im Video oben: Beim neuen S58 eines M2 war es nach 1.800 Kilometern überraschend dunkel, und im Licht glitzerte feiner Abrieb.
„Das ist feiner Glitter. Das hat nichts mit Span oder Spänen oder sonst irgendwas zu tun.“
Maximilian Pühl · Video vom 19.05.2024, ab 06:44
Auch der Ölfilter wird angesehen. Kleine Flakes von den Lagerschalen und Reste von Dichtmittel sind beim neuen Motor im Rahmen. Und der Ölwechsel ist nur ein Teil:
„Einfahrservice heißt übrigens nicht nur Altöl raus, Öl rein, sondern auch ein bisschen einen Check-up machen.“
Maximilian Pühl · Video vom 04.09.2024, ab 16:21
Dazu gehören Schrauben, Clips, Leitungen und die Bremsen.
Nach einer Motorrevision: 600 bis 1.000 Kilometer Teillast
Nach neuen Lagerschalen, Kolbenringen oder einer kompletten Revision gilt eine eigene Regel. Vor dem ersten Start wird der Motor vorgeölt, bis Öldruck da ist. Danach geht es in den Teillastbereich:
„Man kann einfach ganz normal im schönen Teillastbereich fahren, hundertdreißig, hundertvierzig km/h, immer mal ein paar Gänge durchreißen, nicht bis Drehzahlende und auch nicht unter Vollgas.“
Maximilian Pühl · Video vom 23.02.2025, ab 30:04
Nach 600 bis 1.000 Kilometern kommen Öl und Filter raus und werden kontrolliert. Feiner Glitter vom Einlaufen der neuen Lagerschalen, Kolbenringe und Zylinderwände ist dann ganz normal.
Altöl lesen: Glitter, Späne, Farbe, Geruch
Bei jedem Ölwechsel schaut sich Max das Altöl und den Filter an. Was er dabei sieht, verrät viel über den Zustand des Motors.
- Feiner Glitter, vor allem nach dem Einfahren oder nach neuen Lagerschalen
- Dunkles bis schwarzes Öl nach einigen tausend Kilometern
- Kleine Flakes oder Dichtmittelreste im Filter eines neuen Motors
- Starker Benzingeruch und steigender Ölstand
- Blauer Rauch beim Neustart mit warmem Motor
- Kaum Öldruck im Stand nach schneller Fahrt
- Späne statt feinem Glitter
- Metallstücke in der Größe eines Fingernagels
- Viel Kupfer in Ölfilter oder Ölwanne
„Glitter hat mit einem Span nichts zu tun. Wenn da ein Span drin ist, musst du dir Gedanken machen.“
Maximilian Pühl · Video vom 01.03.2026, ab 28:05
Schwarzes Öl ist kein schlechtes Zeichen
„Es ist ja eigentlich gut, wenn das Öl so aussieht, weil würde es nicht so aussehen und du würdest quasi in einem dreckigen Motor nach zweitausend Kilometer sauberes Öl rauslassen, heißt es ja im Grunde, dass die Innenreinigungswirkung von dem Motoröl nicht so gut ist.“
Maximilian Pühl · Video vom 24.10.2024, ab 16:46
Riecht das dunkle Öl zusätzlich deutlich nach Benzin, ist das ein Hinweis auf viel Kraftstoff im Öl.
Kupfer heißt: Die Lager sind am Ende
Lagerschalen sind aus mehreren Schichten aufgebaut. Kommt an der Schale oder im Filter Kupfer zum Vorschein, ist die Laufschicht durch.
„Die Kupferschicht ist auch die letzte Schicht. Wenn die Kupferschicht ab ist, dann wird sich diese Lagerschale fressen.“
Maximilian Pühl · Video vom 23.09.2025, ab 15:19
Was beim Ölwechsel in der Wanne bleibt
Ein Teil des Schmutzes kommt beim normalen Ölwechsel nie heraus. Die Ablassschraube sitzt nicht ganz unten in der Wanne, und am Boden sammelt sich metallischer Ölschlamm. Beim Pleuellager-Service bauen wir die Ölwanne deshalb ab und reinigen sie gründlich. Eine magnetische Ablassschraube, wie wir sie zum Beispiel beim S55 einsetzen, hält metallische Partikel fest – beim nächsten Wechsel sieht man, was im Umlauf war.
Warmfahren und Kaltstart
Öl schützt nur dort, wo es ankommt. Kalt ist es zäh, und gerade ein 10W-60 braucht Zeit, bis es überall ist. Max’ Regel vor jeder Vollgasfahrt:
„Das Auto wird immer vorher von mir zehn bis fünfzehn Minuten mindestens auf Temperatur gefahren.“
Maximilian Pühl vor einer Messfahrt · Video vom 20.11.2024, ab 23:49
Entscheidend ist die Öltemperatur, nicht die Kühlwassertemperatur, denn das Öl braucht deutlich länger. Hat das Auto eine Öltemperaturanzeige, gibt Max erst bei rund 100 Grad richtig Gas. Ältere Motoren brauchen mehr Geduld: Einen Klassiker lässt er 30 bis 40 Sekunden im Stand laufen und fährt ihn dann mindestens 15 bis 20 Minuten sanft warm.
„Ist ja ein Gussblock, ne, der S50. Der hat’s gerne, wenn er langsam warmgefahren wird.“
Maximilian Pühl · Video vom 18.09.2024, ab 25:48
Kaltstarts und Kurzstrecke: schlimmer als Kilometer
Ein M3 mit wenig Kilometern ist nicht automatisch der bessere Motor. Max erzählt von einem Auto, das nie über 3.000 Umdrehungen gedreht wurde, aber jeden Tag etwa 30 Kaltstarts mit Fahrten von drei Kilometern hinter sich hatte. Die Pleuellager waren am Ende.
„Das ist der Tod für einen Motor und gerade der Tod für einen Motor, der mit einem 10W60 läuft. Dieses Öl ist ultrahochviskos. Das heißt, es ist sehr, sehr dickflüssig im kalten Zustand.“
„Nicht immer ist volle Schmierung an den Lagerstellen und auch voller Öldruck durch die Ölpumpe gewährleistet, wenn’s wirklich kalt draußen ist.“
Maximilian Pühl · Video vom 23.01.2022, ab 34:17
Turbomotoren: warm und kalt fahren
„Turbolader sind kein Verschleißteil. Die gehen kaputt, wenn du sie nicht warm fährst, nicht kalt fährst, das falsche Öl fährst oder sie überlastest.“
Maximilian Pühl · Video vom 21.04.2024, ab 04:49
Kalt fahren heißt: nach einer schnellen Autobahn- oder Rennstreckenrunde die letzten Kilometer ruhig fahren, bevor der Motor abgestellt wird. Wie gut moderne M-Motoren ihre Temperatur sonst im Griff haben, beeindruckt Max: Beim S55 sieht er im Sportmodus auch auf der Rennstrecke 90 bis 95 Grad Öltemperatur.
„Das Temperaturmanagement eines S55 ist sowieso wirklich nicht von dieser Welt.“
Maximilian Pühl · Video vom 24.12.2025, ab 21:36
Ölverbrauch und blauer Rauch
„So, dieses Auto qualmt blau nach dem erneuten Starten und blau ist immer ein Anzeichen für Öl.“
Maximilian Pühl · Video vom 21.04.2024, ab 01:27
Wichtig ist, wann der Rauch kommt. Ein undichter Turbolader zeigt sich oft erst, wenn der warme Motor abgestellt und wieder gestartet wird. Max prüft das deshalb immer am betriebswarmen Motor und grenzt es von harmlosem Kondenswasser ab.
Häufigste Ursache beim S55: verkokte Ölabstreifringe
Ist der Lader in Ordnung, liegt es beim S55 meistens an den Ölabstreifringen. Ölspritzdüsen benetzen Kolbenboden und Zylinderwand mit Öl, die Abstreifringe sollen es wieder abstreifen. Sind sie verkokt, bleibt das Öl an der Zylinderwand und verbrennt. Typisch ist eine kleine blaue Wolke beim Kaltstart. Als Ursache nennt Max Kurzstrecke zusammen mit langen Ölwechselintervallen. Dauerhaft hilft dann nur, die Kolben zu ziehen und die Ringe zu erneuern.
Öl im Ladeluftkühler: nicht immer ein Schaden
Etwas Öl in Chargepipe und Ladeluftkühler auf der Seite von Bank 1 ist beim S55 normal, denn dort kommen die Restdämpfe der Kurbelgehäuseentlüftung an. Bank 2 sollte trocken sein. Ist der Ölabscheider zugesetzt, gelangt zu viel Ölnebel in die Ansaugung.
Bei frühen V8-Biturbomotoren, dem N63 und dem S63, können gealterte Ölabscheider den Ölverbrauch deutlich erhöhen. Max erneuert sie vorsorglich, wenn der Motor ohnehin zerlegt ist.
Ölpumpe, Öldruck und Lager
„… so eine Ölpumpe ist halt für so ’nen Motor wie das Herz für den Menschen.“
Maximilian Pühl · Video vom 17.01.2021, ab 21:21
Wie viel Öldruck normal ist, hängt von Drehzahl, Öltemperatur und Viskosität ab. Für einen E46 M3 nennt Max diese Werte:
„In dem Fall im Stand beim E46 M3 sehr, sehr wenig, ein Bar, eins Komma fünf, eins Komma acht teilweise, und bei voller Belastung drei, maximal vier Bar.“
Maximilian Pühl · Video vom 24.01.2021, ab 09:10
Öldruck beim S54
Der Ölregelkolben beim S54
In der Ölpumpe regelt ein Kolben mit Feder den Druck. Läuft er ein oder setzt er sich durch Schmutz fest, erreicht die Pumpe ihren Sollwert nicht mehr. Kommt man dann heiß von der Rennstrecke, bleibt im Stand kaum Öldruck übrig:
„… so ein S54, wenn du ’nen Regelkolben hast, der nicht mehr ganz so beieinander ist, leider nur null Komma zwei bis null Komma drei Bar Öldruck im Stand macht. Das ist für diesen Motor im Grunde nichts und auch da entstehen ziemlich viele Lagerschäden und nicht nur, weil im Kaltstart das 10W60 zu dick ist, was viele behaupten.“
Maximilian Pühl · Video vom 17.07.2024, ab 22:13
Deshalb gehört die Ölpumpe bei uns zu jedem Pleuellager-Service: zerlegen, Sieb und Saugrohre reinigen und beim S54 einen neuen, beschichteten Regelkolben einsetzen.
Schmutz verstopft das Sieb
Beim S65 kann sich die Beschichtung der Ventildeckel lösen und das Ölpumpensieb zusetzen. Und wie beim M5 weiter oben gilt: Jahre ohne Ölwechsel setzen das Sieb zu, dann fehlen Öldruck und Fördermenge.
Ölkühler: einmal im Jahr sauber machen
Bei den F- und G-Modellen wie M2, M3 und M4 sitzt der Motorölkühler liegend unten hinter der Frontschürze, unter einem ganzen Paket aus Kühlern. Dort landet alles, was auf der Straße herumfliegt: Laub, Insekten, Zigarettenkippen. Mit Streusalz kann der Aluminiumkühler mit der Zeit durchoxidieren.
Max empfiehlt deshalb, einmal im Jahr die beiden dreieckigen Abdeckungen unter dem Kühler abzunehmen und ihn zu reinigen (Video vom 24.12.2025, ab 15:33). An der Temperaturanzeige merkt man einen zugesetzten Kühler meist nicht. Wird er undicht, verliert der Motor Öl – im schlimmsten Fall bis zum Motorschaden, und auf der Straße ist das Öl für andere gefährlich.
Beim Crank Hub Fix am S55 reinigen wir den Ölkühler gleich mit. Wer viel auf der Rennstrecke fährt, sollte die Kühler zusätzlich vor Steinschlag schützen.
Getriebe-, DKG- und Differenzialöl
Motoröl ist nicht das einzige Öl, das altert. Auch Getriebe und Differenzial brauchen frisches Öl, selbst wenn auf dem Getriebe „Lifetime“ steht.
„Aber Getriebeöl verschleißt auch.“
Maximilian Pühl · Video vom 10.03.2024, ab 14:53
| Bauteil | Unsere Empfehlung |
|---|---|
| Doppelkupplungsgetriebe | Spätestens alle 80.000 km oder fünf Jahre, bei viel Rennstrecke eher bei 50.000 km, bei ruhiger Fahrweise 90.000 bis 100.000 km |
| Differenzial | Spätestens alle zwei Jahre |
| Manuelles Schaltgetriebe | Alle 60.000 bis 100.000 km |
| Wandlerautomatik | Ölservice vor allem bei Alltagsbetrieb, viel Stadtverkehr und Anhänger, gerade bei den frühen 8HP-Getrieben |
„Deswegen lege ich euch auch ans Herz, ja, dadurch, dass es nicht viel ist und kein großer Aufwand, wirklich spätestens alle zwei Jahre das Difföl mal zu wechseln und keine achtzig oder neunzig oder hunderttausend Kilometer auf dieses Öl zu fahren. Ihr tut eurem Diff was Gutes.“
Maximilian Pühl · Video vom 19.05.2024, ab 15:02
Beim Doppelkupplungsgetriebe hat das Öl noch mehr zu tun: Darin laufen die Kupplungen, und die Getriebeelektronik verträgt Hitze schlecht.
„Elektronik mag es gar nicht, wenn sie zu heiß wird und schon gar nicht hundertzehn bis hundertvierzig Grad.“
Maximilian Pühl · Video vom 10.03.2024, ab 17:54
Beim DKG wird deshalb nicht nur abgelassen: Wir spülen mit Frischöl, bis nur noch neues Öl in Getriebe und Kühler ist, und gleichen den Ölstand bei 41 Grad Getriebeöltemperatur ab. Alles Weitere steht auf der Seite DKG-Service und Getriebeverstärkung, zur Wandlerautomatik beim Automatikgetriebe-Service.
Wie beim Motor gilt auch im Getriebe: Etwas Abrieb ist normal.
„Also natürlich, ein Getriebe, genauso wie ein Motor, hat immer metallischen Abrieb innen drin, mal mehr, mal weniger.“
Maximilian Pühl · Video vom 05.12.2021, ab 08:11
Feiner metallischer Staub ist unbedenklich. Teile in der Größe eines kleinen Fingernagels sind es nicht, dann muss das Getriebe geöffnet werden.
So machen wir einen Ölwechsel
„Ich bin immer ein Freund davon, sich bei so ’nem Service, Einfahrservice oder auch normalen Service relativ viel Zeit zu lassen.“
Maximilian Pühl · Video vom 19.05.2024, ab 08:17
- Warm ablassen. Warmes Öl fließt besser ab und nimmt mehr Schmutz mit.
- Lange abtropfen lassen. Eine halbe bis eine ganze Stunde, damit möglichst wenig Altöl im Motor bleibt.
- Den ersten Schwall getrennt auffangen. Er spült die meisten Partikel mit heraus, und darin sieht man am besten, was im Motor los ist.
- Den Filter prüfen. Der alte Ölfilter zeigt, ob Späne, Kupfer oder Kunststoffteile im Umlauf sind.
- Neue Ablassschraube, neue Dichtringe. Dazu der Dichtring am Ölfilterdeckel.
- Den Ölkühler kontrollieren. Bei F- und G-Modellen auf Laub und Schmutz.
- Probefahren, dann den Ölstand prüfen. Erst wenn das Öl warm ist, wird der Ölstand final kontrolliert.
Was wir dabei finden, zeigen wir dir, bevor wir etwas machen. Was sonst zu unserem Service gehört, steht auf der Seite Service und Wartung.
Sechs Öl-Mythen und was Max dazu sagt
„Glitter im Öl heißt Motorschaden.“
Feiner Glitter ist Abrieb und vor allem nach dem Einfahren normal. Erst Späne oder größere Stücke sind ein Warnsignal.
„Schwarzes Öl ist schlechtes Öl.“
Dunkles Öl zeigt, dass es den Motor innen reinigt. Sauberes Öl aus einem verschmutzten Motor wäre das schlechtere Zeichen.
„Im Winter muss man den Motor ab und zu laufen lassen.“
Lieber stehen lassen. Kurzes Laufen im Stand bringt Kraftstoff ins Öl, ohne dass der Motor warm wird.
„Wenig Kilometer, guter Motor.“
Viele Kaltstarts mit kurzen Strecken schaden mehr als eine hohe Laufleistung, gerade mit 10W-60.
„Turbolader sind Verschleißteile.“
Turbolader halten, wenn sie warm- und kaltgefahren werden, das richtige Öl bekommen und nicht überlastet werden.
„Am Lagerschaden beim S54 ist nur das dicke Öl beim Kaltstart schuld.“
Ein verschlissener Ölregelkolben, der heiß im Stand kaum Druck liefert, ist ebenfalls eine häufige Ursache.
Häufige Fragen zum Motoröl
Welches Öl ist das beste für meinen BMW?
Das, das zur Bauart deines Motors passt. Für Turbomotoren wie N54, N55, S55 und S58 ist das für Max ein 5W-40, für die hochdrehenden M-Saugmotoren S50, S54, S65 und S85 ein 10W-60. Welches Öl wir in dein Modell einfüllen, zeigt dir der Öl-Wegweiser oben auf dieser Seite – dort kannst du es auch gleich bestellen.
Welches Motoröl braucht mein BMW?
Das hängt von der Bauart ab. Turbomotoren wie N54, N55, S55, S58 und S63 sowie die Sechszylinder mit Hydrostößeln (M50, M52, M54, N52, N53) bekommen bei uns 5W-40. Die hochdrehenden M-Saugmotoren S50, S54, S65 und S85 bekommen 10W-60, die Klassiker S14 und M88 15W-40. Steht dein Auto noch in der Garantie, richten wir uns nach der Freigabe des Herstellers.
Welches Öl für den S55 im M3 F80, M4 F82 und M2 Competition?
Wir füllen 5W-40 ein, im Winterbetrieb 0W-40. Für Max ist ein 5W-40 in modernen M-Motoren wie dem S55 das beste Öl, gerade bei sportlicher Fahrweise. Gewechselt wird alle 5.000 bis 10.000 Kilometer, mindestens einmal im Jahr.
Welches Öl für den S58 im M2 G87, M3 G80 und M4 G82?
Ebenfalls 5W-40. Ein 10W-60 wäre für diese Motoren zu dick und würde die Öltemperatur erhöhen. Auch auf der Rennstrecke reicht ein 5W-40.
5W-30 oder 5W-40 – was ist besser für meinen BMW?
Für sportlich bewegte Turbomotoren wie N54, N55, S55 und S58 füllen wir 5W-40 ein. Es verträgt den Kraftstoff, der beim Verbrennen ins Öl gelangt, besser als ein 5W-30 oder 0W-30. Dünnere Öle haben wir in der Werkstatt deshalb praktisch nur zum Nachfüllen. Steht dein Auto noch in der Garantie, richte dich nach der Freigabe in der Betriebsanleitung.
Welches Öl für S54, S65 und S85?
10W-60. Diese hochdrehenden Saugmotoren mögen das dicke Öl, das bei hohen Drehzahlen und Dauerlast stabil bleibt. In einen Motor, der mit 10W-60 ausgeliefert wurde, gehört nichts Dünneres – auch kein 5W-50 oder 5W-40.
Wie oft sollte man das Öl beim BMW M wechseln?
Alle 5.000 bis 10.000 Kilometer und mindestens einmal im Jahr, am besten vor dem Winter. Wer regelmäßig auf die Rennstrecke geht, bleibt am unteren Ende. Für sportlich bewegte Fahrzeuge empfehlen wir damit kürzere Intervalle als das Herstellerintervall.
Ölwechsel vor oder nach dem Winter?
Vor dem Winter. Altöl enthält Verbrennungsrückstände und Kraftstoff, und die sollen nicht ein halbes Jahr im Motor stehen. Mit frischem Öl abstellen und im Frühjahr einfach losfahren.
Ist Glitter im Motoröl normal?
Ja. Feiner Glitter ist Abrieb und vor allem nach dem Einfahren oder nach neuen Lagerschalen ganz normal. Anders sind Späne oder Metallstücke in der Größe eines Fingernagels: Dann sollte der Motor geöffnet werden.
Warum riecht mein Motoröl nach Benzin?
Weil beim Verbrennen immer etwas Kraftstoff ins Öl gelangt. Das betrifft jeden Motor, Benziner wie Diesel, Direkteinspritzer stärker als ältere Motoren. Der Kraftstoff verdünnt das Öl, es schmiert schlechter, und der Ölstand kann sogar steigen. Genau deshalb wechselt Max das Öl früher.
Warum qualmt mein BMW blau?
Blauer Rauch bedeutet, dass Öl verbrennt. Beim S55 sind die häufigsten Ursachen verkokte Ölabstreifringe oder ein undichter Turbolader. Ein Laderschaden zeigt sich oft erst beim Neustart mit warmem Motor, verkokte Ringe eher als kleine Wolke beim Kaltstart.
Wann sollte beim neuen BMW der erste Ölwechsel sein?
Wir empfehlen ihn nach etwa 2.000 Kilometern. Dabei sehen wir uns Altöl und Filter an und machen einen Check-up mit Schrauben, Clips, Leitungen und Bremsen. Nach einer Motorrevision ist der erste Wechsel schon nach 600 bis 1.000 Kilometern fällig.
Wie lange muss ich meinen Motor warmfahren?
Max fährt vor jeder Vollgasfahrt mindestens zehn bis fünfzehn Minuten, bis das Öl auf Temperatur ist. Maßgeblich ist die Öltemperatur, nicht die Kühlwassertemperatur. Ältere Motoren und Klassiker brauchen länger: 15 bis 20 Minuten sanftes Fahren sind dort normal.
Muss ich das DKG-Öl wechseln, obwohl Lifetime draufsteht?
Ja. Auch Getriebeöl verschleißt, und im Doppelkupplungsgetriebe laufen die Kupplungen im Öl. Wir empfehlen den Wechsel spätestens alle 80.000 Kilometer oder fünf Jahre, bei viel Rennstrecke eher bei 50.000 Kilometern.
Wie oft sollte man das Differenzialöl wechseln?
Spätestens alle zwei Jahre. Die Menge ist klein und der Aufwand gering – beim G87 M2 ist es etwas mehr als ein Liter.
Was bedeuten Longlife-01 und Longlife-04?
Das sind Freigaben von BMW. Ein Öl mit Freigabe hat der Hersteller für bestimmte Motoren geprüft und zugelassen. Welche Freigabe dein Motor braucht, steht in der Betriebsanleitung, ob ein Öl sie hat, steht auf dem Gebinde. Wichtig ist das vor allem, solange dein Auto in der Garantie ist. Motorsport-Öle haben solche Freigaben in der Regel nicht.
Kann ich das passende Öl bei euch kaufen?
Ja. Im Öl-Wegweiser wählst du Modell oder Motor und siehst die passenden Öle und Filter aus unserem Shop, mit Preis und direkt bestellbar. Lieber machen lassen? Dann schreib uns über das Formular, und wir machen den Ölservice bei uns in Hirschaid.
Wo finde ich, welches Öl in meinen BMW gehört?
Welche Freigabe und Viskosität der Hersteller vorsieht, steht in der Betriebsanleitung deines Autos. Was wir bei sportlicher Fahrweise einfüllen, zeigt dir der Öl-Wegweiser oben auf dieser Seite: Modell oder Motor wählen, Empfehlung und Wechselintervall ansehen, passendes Öl bestellen.
Reicht das Ölwechselintervall der Service-Anzeige?
Für den Alltag und solange dein Auto in der Garantie ist, gilt die Vorgabe des Herstellers – je nach Modell bis zu 30.000 Kilometer oder zwei Jahre. Für sportlich bewegte Fahrzeuge empfehlen wir 5.000 bis 10.000 Kilometer, mindestens einmal im Jahr. Der Grund: Nach rund 6.000 bis 8.000 Kilometern ist das Öl laut Max mit Kraftstoff und Verunreinigungen gesättigt und baut danach nur noch ab. Mehr dazu im Kapitel Werksvorgabe oder Max’ Empfehlung.
Was gilt, wenn mein BMW noch Garantie hat?
Dann zählt die Freigabe des Herstellers, die in der Betriebsanleitung steht. Sag uns in der Anfrage, dass das Fahrzeug noch in der Garantie oder Kulanz ist – dann richten wir uns beim Öl nach der Freigabe und besprechen alles Weitere mit dir.

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Das Wichtigste aus diesem Ratgeber auf zehn Seiten zum Ausdrucken: zehn Öl-Regeln, Motortabelle, Werksvorgabe gegen Max’ Empfehlung, Altöl-Ampel und Max’ Öl-Empfehlungen mit QR-Codes zum direkten Bestellen. Wir schicken ihn dir kostenlos per E-Mail.
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Quellen
Alle Aussagen und Zitate stammen aus 26 Videos von Max auf dem YouTube-Kanal von MX Motorsports. Die Zeitmarken bei den Zitaten führen direkt an die jeweilige Stelle.
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MX Motorsports ist ein unabhängiger Fachbetrieb und steht in keiner Verbindung zur BMW AG oder zu anderen genannten Fahrzeugherstellern. Marken- und Modellbezeichnungen dienen ausschließlich der Beschreibung. Die Empfehlungen geben unsere Werkstatterfahrung wieder; für Fahrzeuge in der Garantie gilt die Freigabe des Herstellers.

