BMW E46 M3 aus Japan importieren: Worauf du achten musst
Wir haben einen BMW E46 M3 mit SMG und schlechter Auktionsnote aus Japan importiert. Im Video von Dezember 2020 zeigt Max, wie es um Rost, Unfallfreiheit und Technik steht und dass Japan-Modelle der EU-Spezifikation mit 343 PS entsprechen.
Das Wichtigste in Kürze
- Trotz Auktionsnote 2,5 oder 3 lief der 2001er M3 mit SMG und 189.000 km laut Max perfekt.
- Kofferraum-Sicke, Bremsleitungen und Unterboden ohne Rost, unberührte Schrauben an Heck und Front sprechen für Unfallfreiheit.
- Japan-Modelle entsprechen laut Max der EU-Spezifikation mit 343 PS, US-Modelle haben 333 PS.
- Für die Zulassung waren laut Max im Wesentlichen nur die Scheinwerfer umzubauen, wegen des Linksverkehrs.
Inhalt9 Abschnitte
Welchen BMW E46 M3 haben wir aus Japan importiert?
Einen bewusst günstigen mit schlechter Auktionsnote. Im Video von Dezember 2020 zeigt Max an unserem zweiten Japan-M3, was dich erwartet, wenn du einen BMW E46 M3 aus Japan importieren willst. Kein Museumsstück: Wir wollten sehen, „was es für das Geld so gibt“ 00:33.
Der erste Eindruck stimmt. Der Motor schnurrt ohne Rasseln oder Klappern, die Batterie ist neu, das Bordwerkzeug vollständig. Im Innenraum liegen noch Trockenpacks, die vor dem Verladen ins Auto kommen, damit sich auf See keine Feuchtigkeit bildet.
- Modell
- BMW M3 E46, Vor-Facelift
- Baujahr
- 2001
- Motor
- S54
- Getriebe
- SMG
- Laufleistung
- 189.000 km
- Auktionsnote
- 2,5 oder 3 auf einer Skala von 1 bis 5
- Nachgerüstet
- Android-Navi mit Rückfahrkamera, Eibach-Federn, Zubehör-Räder und -Scheinwerfer, Rückleuchten, Folientönung
Was bedeutet die Auktionsnote bei Japan-Importen?
Sie bewertet den Zustand des Autos. Auf der Auktion, über die wir kaufen, reichen die Noten laut Max von 1 bis 5, wobei 5 sehr gut ist. Dieser M3 hatte eine 2,5 oder 3, was dort laut Max schon wirklich schlecht ist 04:01.
Bei so einer Note musste Max damit rechnen, dass Motor oder Getriebe Probleme haben oder das Auto gar nicht anspringt. Ohne rote Nummern ging es nur auf dem Gelände auf und ab – doch der Motor lief perfekt, das SMG schaltete manuell wie im Automatikmodus butterweich, und die Bremse funktionierte.
Damals standen bei uns mehrere weitere E46 M3, zwei, drei davon aus den USA, die anderen aus Europa, darunter drei mit SMG. Laut Max fuhr sich keiner davon besser als dieser Japan-Import.
Ein Diff-Test gehört ebenfalls dazu: Man muss prüfen, ob das Differenzial richtig sperrt. Dafür muss das Auto warm sein, deshalb blieb der Test bei dieser ersten Runde aus.
Dass es so gut ausgeht, ist keine Selbstverständlichkeit. Max nennt das Bieten eine Wundertüte: Er hat schon Autos mit leerer Batterie erlebt, die nur mit Startpilot ansprangen, und danach ging es um Kraftstoffpumpe, Zündkerzen, Zündspulen oder fehlendes Öl.
Lass dich von schäbiger Optik nicht blenden. Die entsteht oft schon durch Räder, Scheinwerfer, eine fehlende Niere oder unschöne Sitze – und „das sind alles Teile, da sind Schrauben dran, die macht man weg“.
Woran erkennst du Rost und Unfallschäden am E46 M3?
An den typischen Roststellen und an unberührten Schrauben. Max geht das Auto einmal rundherum ab und schaut dabei gezielt dorthin, wo ein E46 gern rostet 08:19.
- Sicke im Kofferraum. Wo die Bleche zusammenlaufen, rostet es laut Max an den Schweißpunkten und an der Naht. Hier: „Hundert Prozent rostfrei.“ Batteriefach und Teppiche sind trocken und sauber.
- Schrauben am Heck. Sind die Schrauben an Heckklappe und Seitenteil unangetastet, heißt das laut Max: unfallfrei. Die Kittnähte links und rechts sind komplett Serie.
- Front und Spaltmaße. Die Spaltmaße passen, Kotflügel, Haube und Türen waren nie ausgebaut, die Schrauben von Kotflügeln und Frontmaske sind unberührt. Größere Schäden hatte das Auto also nicht.
- Lack. Genau hinschauen lohnt sich: Die Tür ist etwas heller als das Seitenteil, das schlecht nachlackiert wurde. Für Max kein Problem, das lässt sich frisch machen.
- Motorraum. Originale Aufkleber, Klimaaufkleber und die originale Haube sind noch da. Die Ventildeckeldichtung schwitzt leicht, der Kettenspanner etwas – „das haben die immer“, sagt Max.
Was nicht passt, kommt raus oder wird getauscht: Folientönung, poröse Dichtungen, Zubehör-Scheinwerfer und die Räder, die durch Originale ersetzt werden. Die Nieren sind schwarz statt Chrom, eine fehlt ganz. Teile für den M3 findest du in unserer Kategorie Tuning- und Ersatzteile für den BMW M3 E46.
Wie sieht der Unterboden eines E46 M3 aus Japan aus?
Nahezu ohne Rost – und genau das macht für Max Japan-Importe aus. Schon im Radkasten wischt er die Bremsleitung samt Anschluss mit dem Finger frei: nicht angerostet, nicht oxidiert, selbst an der Halteklammer kein Flugrost 13:15.
Darunter dasselbe Bild. Die Querlenker sind aus Alu, am Achsschenkel ist kaum Rost, die Bremssättel tragen nur Staub. An der Bremsleitung nach hinten und den zwei Spritleitungen ist nicht mal Flugrost, die Längslenker sehen aus wie neu.
Auch die Verschraubungen der Abgasanlage, die Schrauben der unteren Lenker und das Differenzial sind in sehr gutem Zustand. Am Unterboden ist sogar noch das Wachs zu sehen, das ab Werk aufgesprüht wurde.
Der Unterschied zu Autos aus Europa ist laut Max deutlich: Wo im Winter Salz gestreut wird, rosten Federn, Dämpfer und Bremsleitungen. Bleche, die hierzulande nach 20 Jahren sonst wegoxidieren, sind bei diesem M3 intakt.
Zum Schluss prüft Max noch, ob etwa die Hinterachsaufnahmen ausgerissen sind. Sein Ergebnis: „Das Auto hat nichts.“ Mehr zur Hinterachse des E46 findest du auf unserer Seite Hinterachsverstärkung E46.
Pleuellager: der Punkt, den Max offen ließ
Eins prüft Max im Video bewusst noch nicht: die Pleuellager. Dafür kündigt er an, den Motor von unten teilzuzerlegen, und begründet das so:
„Ich würde den ungern weiterverkaufen oder auch selber fahren, wenn ich nicht weiß, wie es mit den Pleuellagern aussieht.“
Max im Video 22:59
Was dabei passiert, erklären wir auf der Seite Pleuellager-Service.
Hat ein E46 M3 aus Japan die EU-Spezifikation mit 343 PS?
Ja. Japan-Modelle haben laut Max EU-Krümmer und eine EU-Abgasanlage, die weder lauter noch leiser ist, und keine Side Marker 16:54.
„Japan-Modelle sind im Grunde komplett auf EU-Standard.“
Max im Video 17:14
Anders die US-Modelle: Bei ihnen sitzen laut Max die Kats ab Werk in den originalen Krümmern, deshalb haben sie nur 333 PS. Das gilt nur für die US-Version.
Was musst du am Japan-Import für die Zulassung umbauen?
Im Wesentlichen nur die Scheinwerfer. In Japan herrscht Linksverkehr, deshalb liegt der Lichtkegel auf der falschen Seite 18:53. Gelöst wird das laut Max mit guten gebrauchten Xenon-Scheinwerfern aus Deutschland oder mit neuen Streuscheiben.
Für die Vollabnahme nach §21 beim TÜV muss das Auto durch die AU kommen, Licht, Bremsen und Airbags müssen funktionieren, und es darf keine Warnleuchte leuchten. Das muss laut Max (Stand 2020) aber auch jedes deutsche Auto bei der Hauptuntersuchung erfüllen.
Eine Scheinwerferreinigung hatte dieser M3 schon, für die Abnahme also kein Thema. Navi und Radio umzucodieren ist nur eine Frage der Sprache.
„Groß umzubauen gibt’s an japanischen Autos gar nichts.“
Max im Video 19:43
Warum einen BMW E46 M3 aus Japan importieren?
Wegen Klima, Pflege und Fahrweise. Die Autos, die wir ersteigern, kommen laut Max meist aus der Region um Tokio. Dort ist es trocken, es wird kein Salz gestreut, und die Luftfeuchtigkeit ist nicht so hoch, dass Autos in sich zusammengammeln 19:54.
Schnee fällt zwar in manchen Regionen Japans, Regen schadet dem Auto aber nicht – nass wird es beim Waschen auch. Das Ergebnis zeigt der Unterboden dieses M3.
Dazu legen Japaner laut Max grundsätzlich Wert auf das eigene Auto, Ausnahmen gibt es wie in Deutschland. Ein M3 mit Note 4 oder 4,5 ist ebenfalls 20 Jahre alt, hat dann aber vielleicht 60.000 oder 100.000 km, und auf den Einstiegsleisten kleben teils noch die blauen Schutzfolien ab Werk.
Dem Vorurteil, Japan-Motoren würden nie ausgedreht, widerspricht Max: Er war über ein halbes Jahr beruflich in Japan. Die Autos werden ausgedreht, nur eben bis 140 oder 150 km/h. Bei einer Richtgeschwindigkeit von laut Max 100 bis 140 km/h fehlen die langen Volllastfahrten mit 260 km/h.
Hinzu kommt die Transparenz der Auktion: Es gibt Videos und detaillierte Bilder, Unfallautos lassen sich so vorab erkennen. Bei diesem M3 war Max deshalb klar, was er kauft – eine große Überraschung war es nicht.
Fazit: Ist ein E46 M3 aus Japan eine gute Entscheidung?
Für Max ja. Trotz schlechter Auktionsnote lief der 2001er M3 mit SMG einwandfrei, war an den typischen Stellen rostfrei und zeigte keine Spuren größerer Unfälle. Umzubauen waren laut Max im Wesentlichen die Scheinwerfer.
Zur Wahrheit gehört: Auktionsautos bleiben eine Wundertüte, und auch dieser M3 brachte Nachlackierung, Zubehörteile und leichte Undichtigkeiten mit. Die Pleuellager wollte Max vor Verkauf oder eigener Fahrt noch prüfen – vom Zustand war er trotzdem überzeugt: Aus diesem Auto kann man „wirklich was machen“.
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Häufige Fragen
Was bedeutet die Auktionsnote bei Japan-Importen?
Sie bewertet den Zustand des Autos. Auf der Auktion, über die wir kaufen, reichen die Noten laut Max von 1 bis 5, wobei 5 sehr gut ist. Unser E46 M3 hatte 2,5 oder 3 und lief mit seinem SMG trotzdem einwandfrei.
Warum hat der US-E46 M3 weniger PS als der Japan-M3?
Laut Max sitzen bei den US-Modellen die Kats ab Werk in den originalen Krümmern, deshalb haben sie 333 statt 343 PS. Japan-Modelle entsprechen der EU-Spezifikation mit 343 PS.
Was muss man an einem E46 M3 aus Japan für die Zulassung umbauen?
Im Wesentlichen die Scheinwerfer, weil deren Lichtkegel für Linksverkehr ausgelegt ist. Für die Vollabnahme nach §21 müssen laut Max außerdem AU, Licht, Bremsen und Airbags passen und es darf keine Warnleuchte leuchten (Stand 2020).
Rosten E46 M3 aus Japan weniger?
Bei unserem Japan-M3 war das so: Kofferraum-Sicke, Bremsleitungen und Unterboden waren rostfrei, das Werkswachs noch sichtbar. Laut Max liegt das am trockenen Klima um Tokio ohne Streusalz.
Wurden Motoren von Japan-Importen nie ausgedreht?
Doch. Laut Max werden sie ausgedreht, nur eben bis 140 oder 150 km/h. Lange Volllastfahrten mit 260 km/h gibt es in Japan nicht.

