BMW M4 GT4 (F82): Was ihn vom Serien-M4 unterscheidet

Im Video von Mai 2026 stellt Max mit Lisa seinen neu gekauften BMW M4 GT4 vor. Er erklärt, warum er keinen alten M3 aufbaut, und zeigt, was den GT4 vom Serien-M4 unterscheidet – vom Splitter an Stahlseilen bis zum Differenzial-Ölkühler.

MX Motorsports · Wissen aus dem Video mit Max 6 Min. Lesezeit

Im Video – direkt zur Stelle springen:

Warum ein BMW M4 GT4 statt eines selbst aufgebauten Track-M3?

Weil ein alter M3 für die Nordschleife viel Aufbau braucht und selbst dann nicht am Limit ist. Im Video von Mai 2026 stellt Max zusammen mit Lisa den BMW M4 GT4 vor, den er gekauft hat. Vorher erklärt er, was die Alternative gewesen wäre 02:57.

Ein E36 oder E46 M3 soll auf der Nordschleife sicher, schnell und gewartet sein. Auf dem Niveau, auf dem unsere Track-Autos aufgebaut sind – mit Käfig, Recaro-Sitzen und einem Fahrwerk wie dem KW V4 Clubsport –, will Max nicht mit einem einfacheren Aufbau aus Gewindefahrwerk, Sitzen und normalen Gurten im E36 M3 anfangen.

Dazu kommt der 20 bis 25 Jahre alte S50 oder S54. Als Erstes geht laut Max der Kopf runter, dann folgen Lagerschalen, Kupplung und Vanos – und man muss hoffen, dass der Rest passt.

Und dann ist da der Motorsport: Rennlizenz, irgendwann Rennen. Da kommst du laut Max mit einem E36 M3 nicht mehr an. Den F82 GT4 nennt er schon seit drei, vier Jahren sein „Ultra-Auto“.

Was steckt in diesem BMW M4 GT4?

Eine fast neue Werkskarosse mit neuem Motor und Getriebe. Es ist ein GT4 Evo, Baustand 21, Nummer 99 06:46. Die erste Karosse mit dieser Fahrgestellnummer wurde bei einem schweren Unfall mit Überschlag zerstört.

2021 wurde bei BMW Motorsport eine neue Werkskarosse bestellt und darauf ein neues Auto aufgebaut. Genau das gab den Ausschlag:

„Das war auch der Grund, warum ich dieses Fahrzeug gekauft hab, weil die Karosse im Grunde brandneu ist.“

Max im Video 07:13

Basis ist ein F82 M4 vom Band. Danach wird die Karosse laut Max in Garching zerschnitten, bekommt eine eingeschweißte Zelle und wird lackiert. Sie kommt komplett mit Käfig und DMSB-Zertifikat.

Der Motor ist neu und hat laut Max etwa 5.000 oder 8.000 Kilometer gelaufen, das Getriebe ist ebenfalls neu. Eingesetzt wurde das Auto damals über Bonk Motorsport.

Basis
BMW M4 F82, US-Modell
Version
M4 GT4 Evo, Baustand 21, Nummer 99
Karosse
neue Werkskarosse von 2021 mit Käfig und DMSB-Zertifikat
Motor & Getriebe
neu, laut Max etwa 5.000 oder 8.000 km
Gewicht
1.390 kg mit leerem Tank
Räder
GT4-Räder in 18 Zoll mit Stehbolzen
Differenzial
Drexler, mit eigenem Ölkühler

Was unterscheidet den M4 GT4 vom Serien-M4?

Mehr, als Max vor dem Kauf dachte. Er hatte sich einen GT4 wie ein M4 Track-Tool ohne Teppich vorgestellt. Spätestens im Innenraum ist klar, dass das nicht stimmt:

„Hat mit einem Serien M4 wirklich nichts mehr zu tun.“

Max im Video 14:51

Front: Splitter an Stahlseilen

Mit der Stoßstange ist der Frontsplitter ganz normal verschraubt. Dahinter hängt er über Hülsen an dicken Stahl-Fangseilen, die an der Karosserie befestigt sind 08:53. Max stellt sich mit 88 kg darauf – im Zweifel zieht es die ganze Front nach unten, das Schwert bricht nicht.

Die Basisfahrzeuge für den GT4 sind laut Max immer US-Modelle, deshalb hat das Auto Side Marker. Die Haube ist die originale CS- beziehungsweise GTS-Haube, beim GT4 ab Werk mit großen Ausschnitten für Schnellverschlüsse. Die Scheinwerfer stammen vom LCI-M4.

Unter der Haube: Waagebalken und Ölmessstab

Der GT4 bremst mit einer Waagebalken-Bremsanlage mit ABS, aber ohne Bremskraftverstärker. Um langsam anzuhalten, braucht es laut Max einen Pedaldruck, der im normalen Auto eine ABS-Bremsung wäre. Wie sich das auf der Strecke anfühlt, liest du in unserem Beitrag zum ersten Trackday mit dem M4 GT4.

Besonders gefällt Max der Ölmessstab. Er ist mit einem Splint gesichert und dient dazu, beim Boxenstopp schnell das Motoröl zu prüfen 13:08. Einen iDrive-Controller gibt es nicht mehr.

Ladeluftkühler und Chargepipe sind nicht Serie. Max wollte zurückrüsten, weil das Teil schwer ist und an der Haube ansteht.

Innenraum und Sicherheit

Der FIA-Sitz ist der originale BMW-GT4-Sitz und fest eingebaut, verstellt wird die Pedalerie über einen Seilzug. Das Armaturenbrett ist laut Max wohl ein gecuttetes Serienteil mit Carbonaufsatz, Blinker und Wischer liegen auf Knöpfen am Lenkrad. An der Mittelkonsole lässt sich die Bremskraftverteilung verstellen.

Die Feuerlöschanlage war beim Dreh ausgebaut. Mit dem Feuer-Schalter löscht das Auto im Notfall selbst, der Power Switch trennt die Batteriehauptversorgung, damit kein Kurzschluss entsteht.

Rundum sitzen Makrolonscheiben, vorn mit Stützstreben und Abreißfolie. Der Langstreckentank fasst laut Max etwa 120 bis 130 Liter. Ab Werk hat der GT4 keinen Beifahrersitz – hier wurde einer nachgerüstet, um auf Trackdays Gäste mitzunehmen.

Die Karosse trägt nur Lack: kein Unterbodenschutz, kein Kitt, keine Dichtstopfen. Laut Max ist es rohes Metall, einmal lackiert.

Wie passen beim M4 GT4 die breiten Räder unter die Kotflügel?

Über deutlich kürzere Lenker. Karosserie und Kotflügel sind dieselben wie beim Serien-M4, die Lenker vorn aber laut Max mindestens 25 Prozent kürzer 20:30. Dadurch wandert alles weiter nach innen, an der Spurstange sieht man gar kein Gewinde mehr.

mind. 25 %kürzer sind die vorderen Lenker laut Max als beim Serien-M4.

Vorn sitzen zusätzlich Distanzhülsen. Der Radträger ist original; den Billet-Achsschenkel mit zwei Verschraubungen, den der M4 GTS hat, hat der GT4 nicht.

Im Fahrwerk stecken Uniball-Lager, komplett einstellbare Streben und H&R-Federn, an der Hinterachse ein sehr dicker Stabilisator. Mehr zur Abstimmung findest du unter Fahrwerkstechnik, passende Teile in der Kategorie Achslager, Uniball & Verstärkungen.

Lufthebeanlage: Druck für Wochen

Statt auf einen Wagenheber setzt der GT4 auf Druckluft. In der Flasche waren laut Max 40 bis 60 bar, sein Werkstattkompressor schafft zehn. Zieht man die Lanze ab, hält das Auto den Druck und bleibt wochenlang oben, bis man es ablässt.

Max mahnt zur Vorsicht: Liegt versehentlich eine Hand oder ein Schuh darunter, wenn die Stützen ausfahren, wird es echt schwierig.

Wie kühlt der M4 GT4 Bremse und Differenzial?

Vorn mit doppelter Bremsbelüftung, hinten mit einem eigenen Differenzial-Ölkühler. An der Vorderachse kommt die Kühlluft über einen Schlauch oben und einen unten, laut Max aus Kevlar 27:29. Beide führen nur in den Innentopf, der komplett abgeschirmt ist.

Hinten gibt es keine Bremsbelüftung, nur die Scheibe. Bei dem Gewicht braucht der GT4 sie laut Max vermutlich auch nicht: Er wiegt 1.390 kg mit leerem Tank.

Für das Drexler-Differenzial gibt es einen Ölkühler mit eigener Zuluft und einer Ölpumpe für das sehr dicke Diff-Öl. Die Differenziallagerung ist Serie F82, ohne Diff-Lift. Mehr zu Bremsen und Kühlung findest du unter Bremsen für BMW.

Was stand nach dem Kauf am M4 GT4 an?

Vor allem Putzen und Rost. Max hat das Auto ungewaschen bekommen, und auf der Bühne zeigen sich viel Dreck und Rost 26:06. Eine Radhausschale hinten ist komplett durchgeschliffen.

Unter dem Auto entdeckt Max eine Ölwanne, die „verdächtig nach der MX-Ölwanne“ aussieht. Er wollte sie abbauen und von innen ansehen. Unsere MxM DKG-Ölwanne gibt es auch für den M4 F82.

Für die Rennstrecke hat der GT4 einen Schnellserviceanschluss, um das DKG zu befüllen. Wie wir das Getriebe warten, steht auf unserer Seite DKG-Service.

Weitere Punkte auf Max’ Liste: Ladeluftkühler zurückrüsten, Side Marker entfernen und das Drexler-Differenzial im Winter beim Hersteller ansehen lassen. Die Tankanlage ist laut Max vermutlich abgelaufen und müsste neu. Den oberflächlichen Rost am Unterboden wollte er abbürsten und mit Epoxid stoppen, statt das Auto gleich umzulackieren.

Klar ist auch, was mit dem GT4 passieren soll:

„Ein ganz ein großer Fakt ist, das wird jetzt keine Sechs-Wochen-Aktion, danach landet der wieder irgendwo im Netz.“

Max im Video 38:25

Das Auto bleibt bei uns, wird gewartet, geprüft und gefahren. Zum Kauf gehörten außerdem mehrere Radsätze, darunter ein nagelneuer Satz Regenreifen.

Fazit: Lohnt sich ein M4 GT4 statt eines Track-Tool-Aufbaus?

Für Max ja. Statt viel Arbeit in einen alten M3 zu stecken, der trotzdem nicht am Limit ist, hat er mit dem GT4 eine fast neue Werkskarosse mit neuem Motor und Getriebe – und eine Basis für den Motorsport.

Ein Selbstläufer ist der GT4 aber nicht: Rost, Dreck und eine Rennbremse ohne Bremskraftverstärker verlangen Arbeit und Eingewöhnung. Teile für die F-Modelle findest du in der Kategorie Tuning-Teile für BMW M2 F87, M3 F80 und M4 F82/F83.

Passende Teile aus dem Shop

Häufige Fragen

Was ist beim BMW M4 GT4 anders als beim Serien-M4?

Unter anderem eine Waagebalken-Bremse ohne Bremskraftverstärker, deutlich kürzere Lenker vorn, eine Lufthebeanlage, ein Ölmessstab, Feuerlöschanlage, Makrolonscheiben, ein Langstreckentank und ein Drexler-Differenzial mit eigenem Ölkühler.

Max erklärt’s im Video ab 14:51 →

Kann man den Ölmessstab vom GT4 im Serien-M4 nachrüsten?

Laut Max geht das, er rät aber davon ab: In der Ölwanne ist keine Vorrichtung dafür vorhanden, man müsste massiv umbauen.

Max erklärt’s im Video ab 13:49 →

Wie passen beim M4 GT4 die Räder vorn unter die Kotflügel?

Die Lenker vorn sind laut Max mindestens 25 Prozent kürzer als beim Serien-M4. Karosserie und Kotflügel bleiben gleich.

Max erklärt’s im Video ab 20:30 →

Wie wird beim M4 GT4 die Bremse gekühlt?

Vorn über zwei Belüftungen, eine oben und eine unten, die nur in den abgeschirmten Innentopf führen. Hinten gibt es keine Bremsbelüftung.

Max erklärt’s im Video ab 27:29 →

Wie viel wiegt ein BMW M4 GT4?

Der GT4 im Video wog laut Max 1.390 kg mit leerem Tank.

Max erklärt’s im Video ab 31:21 →
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