Säurereiniger am Unterboden: Test am BMW M4 F82
Im Video von Dezember 2025 kauft Max einen BMW M4 F82 von 2015 und testet an ihm einen in sozialen Medien beworbenen Säurereiniger für den Unterboden. Danach folgt die Bestandsaufnahme auf der Bühne – mit überraschend wenig Rost.
Welchen BMW M4 F82 hat Max gekauft?
Einen M4 F82 von 2015 mit rund 150.000 km, laut Max wohl aus zweiter Hand, mit lückenlosem BMW-Scheckheft und unfallfrei 00:54. Bevor es an die Technik ging, testete Max an diesem Auto einen Säurereiniger am Unterboden, wie er in sozialen Medien beworben wird.
Einen Tag nach der Suche besichtigte und kaufte Max ihn. Der Grund: Zuschauer wünschten sich mehr S55-Inhalte, und Max’ eigener F80 M3 lief zu der Zeit nicht. Sein Grundsatz beim Kauf war, dass der M4 keinen Rost und keinen Unfall hat.
- Modell
- BMW M4 Coupé F82, kein Competition
- Baujahr
- 2015, ohne OPF
- Motor
- S55
- Laufleistung
- rund 150.000 bis 157.000 km
- Historie
- lückenloses BMW-Scheckheft, unfallfrei
- Schon erledigt
- originale Facelift-Rückleuchten (Baujahr 2018/19), neuer Fensterheber Beifahrerseite
Einen ersten Langstreckentest hatte der M4 schon hinter sich: Lisa fuhr ihn an einem Tag zu einem Event an der Nordschleife und zurück, rund 1.000 km. Probleme gab es keine.
Was bringt ein Säurereiniger am Unterboden?
Optisch viel, technisch wenig. Max sprühte den Reiniger in der Waschhalle eines Nachbarbetriebs auf Achsen, Lenker und Abgasanlage und dampfte ihn nach dem Einwirken mit einem normalen Hochdruckreiniger ab 08:20.
Über die Schaumlanze stark mit Wasser verdünnt, war die Reinigungsleistung laut Max geringer, also trug er das Mittel dicker auf. Danach sahen Lenker, Aluteile und Auspuffhalter deutlich sauberer aus, und Max behandelte auch die Vorderachse.
Das Ergebnis auf der Bühne war sehr sauber, entstand aber laut Max nicht allein ohne mechanische Einwirkung. Und das Mittel ist stark sauer, Max spricht von etwas ganz Aggressivem.
Wer mit so einem säurehaltigen Reiniger arbeitet, sollte Handschuhe und Schutzbrille tragen. Das Mittel ist kein normaler Reiniger, sondern ätzend.
Warum rostet der Unterboden nach der Säurereinigung schneller?
Weil die Säure die Oberfläche anlöst. Laut Max wird sie dadurch grob und aufgespalten, und der Dreck hält sich danach noch besser. Nach der ersten Fahrt und einer Nacht im Freien sieht es mindestens genauso schlimm aus wie vorher 14:10.
Am M4 zeigte sich das schnell: Kurz nach dem Abdampfen sah alles gut aus. Nach 24 Stunden Standzeit war die angegriffene Oberfläche an der Hinterachse schon wieder rostig.
„Dein Auto wird es dir nicht danken, auch wenn es jetzt super aussieht, aber ein Auto fährt nicht, weil optisch alles schön ist, sondern weil Lager passen, Bremsen passen und die Technik passt.“
Max im Video 17:04
Wie wir einen Unterboden schonender sauber bekommen, zeigt unser Beitrag E46 M3 Unterboden reinigen: Wasser statt Trockeneis.
Für wen eignet sich ein säurehaltiger Unterbodenreiniger?
Nur für Aufbereiter, die danach nachbehandeln. Für Privatleute, die das eigene Auto von Hand waschen und pflegen, empfiehlt Max ihn nicht 15:16.
Wer ihn trotzdem einsetzt, muss laut Max hinterher einiges tun:
- Abwischen. Alles noch einmal sauber machen.
- Entrosten. Die Schraubenköpfe nachbehandeln.
- Versiegeln. Die Teile wachsen, fetten oder mit Klarlack lackieren.
Dazu kommt der Platz: Zu Hause fehlt meist ein chemisch versiegelter Boden mit Ablauf in einen Chemie- und Ölabscheider. Laut Max würde die Säure sogar das Biosystem eines Ölabscheiders gefährden.
Bei uns läuft es anders. Dichtstopfen, Dämpfer, ABS-Leitungen, Bremsschläuche und Radhausschalen reinigte Max am M4 von Hand mit einem nicht säurehaltigen Reiniger. Wenn es dauerhaft sein soll, gilt:
„Wenn ich so was mache, grundsätzlich eh, baue ich die Teile ab, tue sie wasserstrahlen, Klarlack lackieren, pulvern, was auch immer und dann wieder anbauen.“
Max im Video 17:30
Wie wir Teile und Karosserien wieder in Form bringen, steht auf unserer Seite Restauration.
Wie gut ist ein F82 M4 mit 157.000 km von unten?
Erstaunlich gut. Laut Max war ein anderer M4 aus erster Hand mit nur rund 22.000 bis 27.000 km rundum verrostet, an den Downpipe-Schrauben war von den Muttern nichts mehr übrig. Dieser zeigte nur leichten Rost, die Bleche waren tipptopp 18:06.
Den Hinweis darauf fand Max im unberührten Motorraum: Alle Schrauben an Kotflügeln und Haube waren silbern und rostfrei. Unter dem Öldeckel gab es keine Ablagerungen; den Ölschleim führt er auf den Long-Life-Service zurück.
Handlungsbedarf gibt es an der Bremse. Die vorderen Scheiben sind verschlissen, beim Bremsen spürt man eine leichte Vibration. Ein Upgrade ist laut Max gut möglich; wird vorn die Bremsanlage geändert, müssen hinten mindestens die Beläge mit. Mehr dazu auf unserer Seite Bremsen für BMW.
Dämpfer, Stabilisator und Pendelstützen sahen gut aus. Hinten saß nur oberflächlicher Dreck, die Scheiben sollen trotzdem runter.
Lohnen sich Facelift-Scheinwerfer am F82?
Für Max nicht – der Umbau auf die LED-Scheinwerfer des Facelifts ist ihm zu teuer 22:05. Das Geld steckt er lieber in die Technik.
„Also bevor ich das mache, mache ich lieber Reifen neu, Bremsen neu, ein bisschen Upgrade, Bremsschläuche, Crank Hub, großen Service, Steuerkette, bevor ich jetzt wegen Optik ein paar Scheinwerfer reinmache.“
Max im Video 22:36
Was beim Crank Hub am S55 passiert, erklärt unsere Seite Crank Hub Fix für den S55.
Optisch gab es weitere offene Fragen. Da der M4 kein Competition ist, hatte er ab Werk keine schwarzen Endrohre; die verbauten kamen nachträglich dran. Diffusor und Lippe stammen original von M Performance, vorn sind die Reste aber abgerissen und der Lack ist abgeplatzt. Max rechnet eher mit einer neuen Stoßstange.
Bei den Rückleuchten schwankte er zwischen den verbauten Facelift-Leuchten und den originalen mit orangenem Blinker, weil das Auto vorn kein Facelift ist.
Fazit: Lohnt sich ein Säurereiniger für den Unterboden?
Für Privatleute laut Max nicht. Der Effekt ist auf den ersten Blick beeindruckend, doch die angegriffene Oberfläche rostet schneller und verschmutzt stärker, wenn du sie nicht aufwendig nachbehandelst.
Der M4 selbst überzeugte dafür von unten: 157.000 km, kaum Rost, kein Winterbetrieb. Wie es mit Service, Fahrwerk und Bremse weiterging, liest du in Teil 2: M4 F82 Ölkühler reinigen: S55-Service, KW V3+ und Bremse.
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Häufige Fragen
Lohnt sich ein säurehaltiger Unterbodenreiniger für Privatleute?
Laut Max nein. Das Ergebnis sieht zunächst sauber aus, doch die angegriffene Oberfläche rostet schneller und hält Dreck noch besser fest.
Warum rostet der Unterboden nach einer Säurereinigung schneller?
Die Säure löst die Oberfläche an, sie wird grob und aufgespalten. Am M4 war die Hinterachse nach 24 Stunden Standzeit schon wieder rostig.
Was muss man nach einer Säurereinigung am Unterboden tun?
Laut Max alles abwischen, die Schraubenköpfe entrosten und die Teile anschließend wachsen, fetten oder mit Klarlack lackieren.
Wie reinigt MX Fahrwerksteile dauerhaft?
Die Teile werden abgebaut, wassergestrahlt, mit Klarlack lackiert oder pulverbeschichtet und wieder angebaut.
Woran erkennt man einen M4 ohne Winterbetrieb?
Zum Beispiel an silbernen, rostfreien Schrauben im Motorraum an Kotflügeln und Haube. Genau daran machte Max es bei diesem M4 fest.
Lohnt sich der Umbau auf Facelift-Scheinwerfer beim F82?
Für Max nicht. Bevor er Geld in Scheinwerfer steckt, macht er lieber Reifen, Bremsen, Bremsschläuche, Crank Hub, großen Service und Steuerkette.

