Carbondach im E46 M3 nachrüsten: Spriegel, Kleber, Gewicht

Ein Carbondach im E46 M3 spart rund 25,5 Kilogramm am höchsten Punkt. Max zeigt am Kunden-M3 mit Schiebedach, wie das Stahldach herauskommt, was mit dem Spriegel passiert und wie das Carbondach eingeklebt wird.

MX Motorsports · Wissen aus dem Video mit Max 5 Min. Lesezeit

Im Video – direkt zur Stelle springen:

Wie viel Gewicht spart ein Carbondach im E46 M3?

Rund 25,5 Kilogramm, und zwar am höchsten Punkt des Autos. Im Video von April 2021 baut Max bei einem E46 M3 eines Kunden das Stahldach mit Glasschiebedach aus und ersetzt es durch ein Carbondach von Karbonius.

Es ist Teil 2 an demselben M3, der zuvor die CSL-Airbox aus Carbon bekommen hat. Diesmal legt Max die ausgebauten Teile auf die Waage 03:24:

  • Schiebedachkassette: 16,5 Kilogramm, mit Rahmen und Glaseinsatz.
  • Dachaußenhaut: 11 Kilogramm.
  • Himmel: nicht gewogen, weil er wieder ins Auto kommt.
27,5 kgwiegen Schiebedachkassette und Dachaußenhaut zusammen.

Das Carbondach ist einlagig, laut Max „hauchdünn“ und mit einer Hand hochzuheben. Gewogen hat er es nicht, er nennt knapp 2 Kilogramm. Zieht man die ab, bleiben rund 25,5 Kilogramm Ersparnis.

„Also das, was dann im Nachhinein hier drauf kommt, kann man sagen, wiegt im Grunde nichts mehr.“

Max im Video 05:03

Warum ist ein Schiebedach auf der Rennstrecke ein Nachteil?

Weil fast 30 Kilogramm ganz oben in jeder Kurve mitarbeiten. Der Kunde bewegt seinen M3 auf Track Days, zum Beispiel auf dem Hockenheimring 06:08.

„Das sind knapp dreißig Kilo, die immer in der Kurve schieben und drücken und drücken und schieben.“

Max im Video 06:25

Zur Veranschaulichung schlägt Max vor, sich einen Sack Zement mit 20 bis 25 Kilo auf den Kopf zu legen und sich damit zu bewegen. Dann merkt man, wie anstrengend es für Rumpf und Becken ist, dieses Gewicht aufrecht zu halten.

Seine Faustformel lautet deshalb: „Schnelle Autos haben kein Schiebedach.“ Performanceseitig ist an diesem M3 schon viel gemacht:

Fahrzeug
BMW M3 E46, Kundenfahrzeug für Track Days
Software
SMG- und CSL-Software mit Leistungssteigerung
Fahrwerk
KW-Clubsport-Gewindefahrwerk
Reifen
255er Michelin Pilot
Bremse
große Bremsanlage
Sitze
Recaro Sportster CS
Ansaugung
Karbonius CSL Race Airbox
Dach
Carbondach von Karbonius mit PPF-Folie

Ein Clubsport-Fahrwerk für den E46 M3 führen wir als KW V3 Clubsport inklusive Stützlager.

Wie wird das Stahldach beim E46 entfernt?

Es wird herausgetrennt. Das Dach ist viermal mit Gewindehülsen verschraubt und zusätzlich verpunktet, außen herum läuft eine Dichtnaht aus Karosseriekitt 01:05.

  1. Dichtnaht entfernen. Zuerst kommt der Karosseriekitt außen herum weg.
  2. Schweißpunkte anbohren. Mit einem Schweißpunktbohrer werden die originalen Punkte leicht angebohrt.
  3. Punkte lösen. Ein kleiner, feiner Karosseriemeißel löst die verpunkteten Stellen.
  4. Dach abnehmen. Danach lässt sich das Dach einfach abnehmen.

Die Scheiben hatte Max vorher schon sauber herausgeschnitten.

Was passiert beim Schiebedach-E46 mit dem Dachspriegel?

Er kommt mit heraus und muss neu eingesetzt werden. Bei Fahrzeugen mit Schiebedach ist der Spriegel zusammen mit dem Rahmen der Schiebedachkassette fest mit der Dachaußenhaut verbunden 01:36.

Danach wird der Spriegel wie bei Fahrzeugen ohne Schiebedach neu eingesetzt. Laut Max ist das kein Problem, denn das Teil gibt es als Ersatzteil in Erstausrüsterqualität.

Nieten und kleben statt punkten

Bei einem früheren Carbondach-Umbau an einem anderen E46 M3 haben wir den Spriegel eingepunktet. Diesmal bekam er drei 6-mm-Löcher, 6-mm-Karosserienieten und einen 2K-Karosseriekleber in Erstausrüsterqualität 02:47.

Max hält diese Methode für sehr gut und, was das Schweißen im Innenraum angeht, sogar für einfacher.

„Wenn das ausgehärtet ist, ist das für die Ewigkeit.“

Max im Video 02:58

Warum der Spriegel wieder rein muss

Er bringt die Festigkeit in der Dachmitte zurück. Vorn und hinten stützen A- und C-Säule ab, die richtige Festigkeit kommt aber erst mit dem Mittelteil 09:23.

Der Spriegel stützt laut Max die B-Säulen gegeneinander ab, „gerade bei Fahrzeugen, die auf Track bewegt werden, sehr, sehr wichtig“.

Mit welchem Kleber wird ein Carbondach eingeklebt?

Mit einem 2K-Kleber in Erstausrüsterqualität, der speziell für Carbondächer gedacht ist. Max verarbeitet ihn mit einer Pressluftpistole, die man aus BMW-Werkstätten kennt 08:39.

Scheibenkleber ist laut Max nicht der richtige Weg, weil damit die Festigkeit nicht gegeben ist. Auch beim M3 CSL wurde ein spezieller Carbonkleber verwendet.

Davor hatte Max die gesamte Auflagefläche, auf der das alte Dach verpunktet war, mit einer 2K-Epoxidgrundierung grundiert. Der Grund: Die Dichtgummis am E46 sind dünn und liegen nicht immer hundertprozentig an der Karosserie an, dort kann Feuchtigkeit eindringen.

Eine Epoxidgrundierung ist ein Harz aus zwei Komponenten. Sie verhindert laut Max, dass das Blech Feuchtigkeit zieht.

So wird das Carbondach eingeklebt

  1. Kleber auftragen. Der Carbonkleber kommt raupenförmig im Zickzack auf die Karosserie und innen auf das Carbondach, insgesamt in zwei Lagen.
  2. Spriegel verbinden. Am Spriegel verbindet ein weiterer Karosseriekleber Dach und Spriegel, damit das Dach oben Festigkeit hat.
  3. Abziehen. Den herausgedrückten Kleber lässt Max vier, fünf Minuten anziehen, bis er grifffest ist, und zieht ihn dann mit einem Spachtel gerade ab.
  4. Verschrauben und klammern. Wie das Stahldach wird auch das Carbondach verschraubt: leicht angebohrt, mit Spezialschrauben und Mutter von unten. Zusammen mit Klammern ziehen sie das Dach bis auf wenige Millimeter Klebefuge an die Karosserie.
  5. Aushärten lassen. Bis der Kleber ausgehärtet ist, wird das Auto nicht bewegt: keine Tür auf, keine Scheiben rein.

Erst danach kommen die Scheiben wieder ins Auto. Mehr zu allen CSL-Umbauten am E46 findest du auf unserer Seite CSL-Umbauten am BMW E46 M3.

Was wurde an dem E46 M3 sonst noch gemacht?

Einiges, denn erst bei diesem Umbau stellten wir fest, dass die Hinterachse gerissen war. Der M3 bekam deshalb eine Hinterachsrevision, dazu einen Pleuellager-Service und einen Ölpumpenservice 10:19.

  • Motorraum. Airbox, neue Ölpumpe, Pleuellager, frisches Öl und ein neuer Ölstandsensor.
  • Längslenkerlager. Sie bekamen PU-Buchsen, damit sich der M3 mit Clubsportfahrwerk sauber vermessen lässt.
  • Spurstangen. Komplett neu, weil die alten festgerostet waren – ein Thema, das man laut Max vom E46 kennt.
  • Innenraum. Neuer Alcantara-Himmel statt der alten, ausgeblichenen Verkleidungen.

Mehr zum Pleuellager findest du auf unserer Seite Pleuellager-Service. Wie Risse an der E46-Hinterachse repariert werden, zeigt unser Beitrag E46 M3 Hinterachse: Risse schweißen.

Max’ Tipp

Ein Dach bekommt kaum Steinschläge. Trotzdem hat Max das Carbondach wie schon bei den letzten Umbauten mit PPF-Steinschlagschutzfolie überzogen: Das Finish wird glatter, die Folie schützt vor UV, Vogelkot und Kratzern und ist selbstheilend. So ist das teure Carbondach zusätzlich geschützt.

Fazit: Lohnt sich ein Carbondach im E46 M3?

Für ein Auto, das auf die Rennstrecke geht, ja: Rund 25,5 Kilogramm weniger am höchsten Punkt schieben in keiner Kurve mehr mit. Gerade beim Schiebedach-E46 ist der Umbau aber echte Karosseriearbeit.

Dach heraustrennen, Spriegel neu setzen, Auflagefläche grundieren und mit Spezialkleber verkleben – dazu kommt die Zeit zum Aushärten. Die Altteile sind gewogen, die knapp 2 Kilogramm des Carbondachs nennt Max ohne Waage.

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Häufige Fragen

Wie viel Gewicht spart ein Carbondach beim E46 M3?

Im Video wogen Schiebedachkassette und Dachaußenhaut zusammen 27,5 Kilogramm. Das Carbondach wiegt laut Max knapp 2 Kilogramm, die Ersparnis liegt also bei rund 25,5 Kilogramm am höchsten Punkt des Autos.

Max erklärt’s im Video ab 3:24 →

Kann man ein Carbondach auch bei einem E46 mit Schiebedach nachrüsten?

Ja. Der Dachspriegel kommt beim Heraustrennen zusammen mit der Schiebedachkassette heraus und wird danach neu eingesetzt, im Video mit Karosserienieten und 2K-Karosseriekleber.

Max erklärt’s im Video ab 1:36 →

Kann man ein Carbondach mit Scheibenkleber einkleben?

Laut Max ist das nicht der richtige Weg, weil die Festigkeit nicht gegeben ist. Im Video verwendet Max einen 2K-Kleber speziell für Carbondächer; auch beim M3 CSL wurde ein spezieller Carbonkleber verwendet.

Max erklärt’s im Video ab 8:39 →

Warum muss der Dachspriegel wieder rein?

Er stützt die B-Säulen gegeneinander ab. Erst mit ihm hat die Karosserie wieder die richtige Festigkeit, was laut Max gerade bei Track-Fahrzeugen sehr wichtig ist.

Max erklärt’s im Video ab 9:23 →

Warum PPF-Folie auf einem Carbondach?

Steinschläge bekommt ein Dach kaum. Die Folie macht das Finish aber glatter, schützt vor UV, Vogelkot und Kratzern und ist selbstheilend.

Max erklärt’s im Video ab 14:09 →
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