Einfahrservice beim BMW M2 G87: Glitter im Öl und das richtige Öl

Im Video von Mai 2024 macht Max nach 1.800 Kilometern den Einfahrservice an unserem BMW M2 G87 und findet Glitter im dunklen Altöl. Hier liest du, was das bedeutet, welches Öl er einfüllt und wie er die Ölkühler schützt.

MX Motorsports · Wissen aus dem Video mit Max 5 Min. Lesezeit

Im Video – direkt zur Stelle springen:

Was macht man beim Einfahrservice am BMW M2 G87?

Motoröl, Ölfilter und Differenzialöl wechseln – und das Altöl genau anschauen. Im Video von Mai 2024 macht Max den Einfahrservice am BMW M2 G87 aus unserem eigenen Fuhrpark nach 1.800 Kilometern selbst, statt das Auto bei BMW abzugeben 01:47.

Ein Teil dieser Kilometer war schon Nordschleife, mehr dazu im Beitrag BMW M2 G87 auf der Nordschleife. Abgelassen wird bei warmem Motor. Der Ölfilter sitzt beim G87 weiter hinten als beim Vorgänger mit S55, ist aber zugänglich.

Beim Einfahrservice und nach jedem Rennstreckeneinsatz prüft Max außerdem:

  • Schrauben und Bolzen: alles leicht nachziehen und kontrollieren, ob jeder Bolzen sitzt, wo er sitzen soll.
  • Bremsschläuche: auf einwandfreien Zustand prüfen.
  • Reifen: inklusive Karkasse ansehen.
  • Felgen: innen durchdrehen – wer aggressiv über Curbs fährt, kann sich laut Max einen Drücker in der Felge einfangen.

Am neuen M2 gab es dabei zum Glück wenig zu beanstanden. Was bei uns zu einem Service gehört, findest du unter Service & Wartung.

Ist Glitter im Motoröl nach dem Einfahren normal?

Ja – solange es feiner Abrieb ist und keine Späne. Genau dafür ist der Einfahrservice da: um zu prüfen, ob der neue Motor wirklich gut ist oder Probleme hat.

Das erste Altöl war deutlich dunkler, als Max erwartet hatte 05:23. Bei einem neu aufgebauten S54 oder dem M52 aus seinem Track Tool kennt er nach 1.000 bis 1.800 Kilometern eher helles Öl.

Als mögliche Erklärung nennt Max die moderne Bauweise: grob gesehen alles Aluminium, keine Graugussblöcke mehr und sehr große Lagerflächen. Im Öl glitzerte es deutlich – für Max ganz normal in der Einlaufphase.

„Das hat nichts mit Span oder Spänen oder sonst irgendwas zu tun.“

Max im Video 06:44
Max’ Tipp

Fang den ersten Schwall Altöl gesondert in einem durchsichtigen Becher auf. Er kommt mit viel Druck und spült viel mit heraus, gröbere Partikel setzen sich dann unten im Becher ab.

Im Becher zeigte sich ein einzelnes größeres Teilchen – vielleicht Lagerabrieb, vielleicht ein Partikel von außen. Auch das war für Max kein Grund zur Beunruhigung.

Im alten Ölfilter fand er feine Flakes, etwa ein Stück einer Lagerschale, und viele blaue Reste, vermutlich von Dichtungen, Dichtmittel oder Kunststoffteilen. Sein Urteil: alles im Rahmen.

Danach lässt Max das Öl in Ruhe austropfen, etwa eine halbe bis Dreiviertelstunde, und setzt eine neue Ablassschraube mit neuem O-Ring ein. Wann Glitter auf einen Schaden hindeuten kann, zeigt unser Beitrag Glitter im Öl beim S65.

Welches Motoröl für den BMW M2 G87: 5W-40 oder 10W-60?

Ein 5W-40. Ab Werk war im M2 ein 0W-30 eingefüllt, laut Max ein Long-Life- und Effizienzöl 12:16. Wir fahren in diesem Auto bewusst keine Serienviskosität.

„Wir wollen weder Long Life noch effizient. Wir wollen Langlebigkeit von diesem Motor.“

Max im Video 12:22

Für den Motor nutzt Max ein Motul 5W-40, vollsynthetisch in zwei Ausbaustufen: als X-Power, das laut Max vermutlich das X-Clean ersetzt hat, oder als Motul 300V 5W-40. Die 300V-Serie ist Motuls Motorsport-Linie für Maximalbelastungen.

Ein 10W-60 wäre laut Max für diese Motoren viel zu dick und führt zu höheren Öltemperaturen. Ein 5W-50 ginge, doch auch das 5W-40 reicht für die Rennstrecke mehr als aus. Für Max ist 5W-40 in modernen Motoren, auch im S55, das beste Öl.

Wichtig: Motorsportöle wie die 300V-Serie haben offiziell keine Freigaben für solche Motoren. Bei uns hast du laut Max immer die Wahl zwischen Originalöl und Upgrade-Öl – für Motor, Getriebe und Differenzial.

Motul nutzen wir laut Max seit Anfang an in der Werkstatt, zum Zeitpunkt des Videos waren wir außerdem vertraglich Motul-Partner und Werbepartner. Welches Öl wir für welchen BMW-Motor empfehlen, steht auf unserer Seite Motoröl für BMW.

Wie oft sollte man beim BMW M2 G87 das Öl wechseln?

10.000 kmsind für Max das späteste Ölwechselintervall am M2 – meist wechselt er schon zwischen 5.000 und 8.000 km.

Deutlich öfter als im Long-Life-Intervall, bei dem das Öl 28.000 bis 30.000 Kilometer im Motor bleibt 12:51. Was zu lange Intervalle anrichten, erklärt Max an Lisas M4: Dort wurde das Öl in 90.000 Kilometern nur dreimal gewechselt.

Irgendwann verkoken dann laut Max die Ölabstreifringe. Sie schaffen es nicht mehr, das Öl abzustreifen, und der Motor pumpt Öl in den Zylinder.

„Also selbst wenn du nicht der Max bist und so ’n Öl fährst, wäre es immer zu empfehlen, dieses nach wirklich acht- bis zehntausend spätestens rauszuschmeißen.“

Max im Video 13:32

Manche Kunden fahren 15.000 bis 20.000 Kilometer auf einer Füllung, und der Motor fällt davon laut Max auch nicht auseinander. Es bleibt eine Empfehlung – gerade weil diese Öle laut Max nicht dafür gedacht sind, 30.000 Kilometer im Motor zu bleiben.

Wie oft sollte man das Differenzialöl wechseln?

Spätestens alle zwei Jahre, rät Max – statt 80.000 bis 100.000 Kilometer auf einer Füllung zu fahren 14:54. Ins Differenzial des M2 passt etwas über ein Liter, der Aufwand ist also klein.

Das Difföl war dunkel, mit grünlichem Stich und deutlichen Schlieren. An der Ablassschraube hing viel Abrieb.

Beim neuen Differenzial mit Sperre ist das für Max normal – und laut Max genau der Grund, warum BMW den Einfahrservice empfiehlt. Wie beim Motor gilt: Solange keine Späne zu sehen sind, ist alles, wie es sein soll.

Wie schützt man die Ölkühler beim G87 M2 vor Steinschlag?

Mit Schutzgittern aus dem BMW-Teilekatalog – allerdings nur teilweise. Die Front des G87 ist unten weit offen, und dahinter sitzen Getriebeöl- und Motorölkühler 21:06.

Wir hatten schon einen Kunden mit G80, dessen Getriebeölkühler durch Steinschlag defekt war. Ein Stein muss dafür nicht zwischen die Kühlrippen treffen: Erwischt er eine der Streben, durch die das Öl läuft, ist der Kühler kaputt.

Eigentlich wollten Max und Daniel von Animal Racing selbst einen Schutz bauen. Dann fand Max im Teilekatalog fertige Steinschlagschutz-Gitter für Getriebeöl- und Motorölkühler.

Beim Einbau zeigte sich der Haken: Ein Schutz sitzt oben schon ab Werk. Der zweite passt nur, wenn kein Automatikgetriebe-Ölkühler verbaut ist – für diesen Kühler gibt es also keinen Schutz.

Max hat deshalb ein Kunststoffteil zugeschnitten und als Provisorium mit Kabelbindern vor den Kühler gesetzt. Für zwei Tage Nordschleife reichte das laut Max allemal, und die Front wirkt unten schwärzer.

BMWs Gummilippe: Sog statt Hightech

Unter dem Auto entdeckt Max ein kleines Detail: Vor dem Motorölkühler sitzt eine Gummilippe. Die Luft reißt an ihrer Kante ab, es entsteht ein Sog, der die Wärme nach unten aus dem Kühler zieht. Für Max: „Einfach und schlau.“

Bremsbelüftung: Luft direkt in den Scheibentopf

Ohne Stoßstange sieht man auch die Bremsbelüftung, die Max für die Nordschleife geöffnet hatte. Die Scheibe ist abgeschirmt, die Luft aus dem Bremskanal trifft direkt innen in den Topf – laut Max „sehr schön gelöst“. Mehr zu Bremsanlagen findest du unter Bremsen für BMW.

Fazit: Was hat der Einfahrservice am G87 M2 gezeigt?

Der Motor ist in Ordnung: Dunkles Öl und feiner Glitter gehören laut Max zur Einlaufphase, Späne gab es keine. Auch Difföl und Ölfilter zeigten nur normalen Abrieb.

Wichtiger als der Befund ist die Konsequenz: 5W-40 statt Long-Life-Öl, Ölwechsel spätestens nach 10.000 Kilometern und Difföl spätestens alle zwei Jahre. Wer den G87 auf der Strecke bewegt, sollte außerdem an die offen liegenden Ölkühler denken.

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Häufige Fragen

Ist Glitter im Motoröl nach dem Einfahren normal?

Laut Max ja, solange es feiner Abrieb ist und keine Späne. Beim Einfahrservice am G87 M2 glitzerte das erste Altöl deutlich – für ihn ganz normal in der Einlaufphase.

Max erklärt’s im Video ab 6:44 →

Warum ist das erste Öl eines neuen BMW-Motors so dunkel?

Max war selbst überrascht. Als mögliche Erklärung nennt er die moderne Bauweise mit viel Aluminium, ohne Graugussblock und mit sehr großen Lagerflächen.

Max erklärt’s im Video ab 5:23 →

Welches Motoröl füllt Max in den BMW M2 G87?

Ein vollsynthetisches Motul 5W-40, als X-Power oder aus der Motorsport-Serie 300V. Ein 10W-60 wäre laut Max zu dick und führt zu höheren Öltemperaturen.

Max erklärt’s im Video ab 12:58 →

Wie oft sollte man das Öl beim BMW M2 G87 wechseln?

Max wechselt zwischen 5.000 und 8.000 Kilometern, spätestens nach 10.000. Auch mit Motorsportöl empfiehlt er den Wechsel spätestens nach 8.000 bis 10.000 Kilometern.

Max erklärt’s im Video ab 12:51 →

Haben Motorsportöle eine Freigabe für BMW-M-Motoren?

Nein. Motorsportöle wie die Motul-300V-Serie haben laut Max offiziell keine Freigaben für solche Motoren. Bei uns hast du die Wahl zwischen Originalöl und Upgrade-Öl.

Max erklärt’s im Video ab 13:47 →

Wie oft sollte man das Differenzialöl wechseln?

Laut Max spätestens alle zwei Jahre. Beim M2 passt etwas über ein Liter ins Differenzial, der Aufwand ist also gering.

Max erklärt’s im Video ab 14:54 →
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