S55-Swap im E46 M3: Motorposition und Motorhalter aus 3D-Druck

Im dritten Teil des 1000-PS-Projekts sitzt der S55 im E46 M3 auf neuen Haltern aus dem 3D-Drucker. Im Video von Januar 2022 erklärt Max, warum der Motor so weit nach hinten muss und was dafür noch angepasst wird.

MX Motorsports · Wissen aus dem Video mit Max 3 Min. Lesezeit

Im Video – direkt zur Stelle springen:

Warum muss der Motor beim S55-Swap im E46 M3 so weit nach hinten?

Damit der Schwerpunkt hinter die Vorderachse kommt. Im Video von Januar 2022 zeigt Max den dritten Teil des 1000-PS-Projekts: einen S55-Swap im E46 M3, bei dem der Motor im zweiten Anlauf deutlich weiter hinten sitzt.

Max erklärt das am Beispiel der Nordschleife: Sitzt der Motorblock zu weit vor der Vorderachse, kämpft die Achse in einer schnellen Linkskurve mit diesem Gewicht 04:48. Das Auto neigt dann zum Untersteuern, schiebt also über die Vorderachse, und hat ein schlechteres Lenkverhalten.

Je weiter der Motor Richtung Fahrzeugmitte wandert, desto näher kommt die Gewichtsverteilung an 50:50 vorne zu hinten. Wir wollen nicht einfach irgendwie einen S55 einbauen, sondern darauf achten, wie das Auto am Ende fährt.

„Nicht nur, dass es fährt, sondern wie es fährt.“

Max im Video 04:34

Wie wird beim Motorswap die Motorposition festgelegt?

Mit Haltern aus dem 3D-Drucker, die nur zum Ausrichten dienen. Das Team von Animal Racing hat dafür einen Motorhalter links auf der Fahrerseite, einen rechts auf der Beifahrerseite und einen Getriebehalter konstruiert. Der Getriebehalter ist aus Bauraumgründen zweiteilig gedruckt.

Der erste Versuch zwei Wochen zuvor passte nicht: Der Motor saß zu weit vorne, und die Lenkspindel ging nicht vorbei 03:48. Bei den neuen Haltern ist der Versatz nach vorne um einiges größer als beim Vorgänger.

Wie Motor und Motorraum dafür gescannt wurden, liest du im Beitrag zu Teil 2: 3D-Scan und Konstruktion der Motorhalter.

Das Ziel dieses Schritts beschreibt Daniel von Animal Racing so: Der Motor soll in allen Achsen möglichst die originale, werksmäßige Position einnehmen, nur weiter hinten. Als Nächstes waren laut Daniel die Nebenaggregate dran: Lenkgetriebe, Lenkspindel und Lenksäule.

150 kgwiegen Motor und Getriebe ohne Kurbelwelle laut Max – und standen nur auf den 3D-gedruckten Haltern.

Gefahren wird damit nicht. Auf eine Nachfrage bei Instagram hat Daniel klargestellt, dass die Teile nur zur Positionierung dienen. Die finalen Halter sind es also noch nicht, aber die Motorposition war laut Max schon zu etwa 95 Prozent fix.

„bei solchen Projekten braucht man immer so ’n bisschen Erfolgserlebnis.“

Max im Video 08:03

Was bleibt beim S55-Swap im E46 original?

Die wichtigen Befestigungspunkte. Der Vorderachsträger sitzt an seinen originalen Punkten, und die Halter greifen an den originalen Befestigungspunkten am Motorblock an 08:43.

Auch die Motorlager sind vorerst Serie, weil genau diese Punkte gebraucht werden. Ob später ein PU-Lager, ein Uniball-Lager oder ein anderes Lager hineinkommt, spielt dafür laut Max keine Rolle.

Besonders freut Max, dass die Durchführung für die originale Lenkspindel passt. Der Getriebehalter nimmt an den Lagerböcken und direkt an der Karosserie auf und schmiegt sich an die Bodengruppe an.

Passt die Serien-Kardanwelle beim S55-Swap im E46 M3?

Nein. Geplant war, so wenig wie möglich umzubauen, doch neben der Ölwanne muss jetzt auch die Kardanwelle geändert werden 11:05. Für Max kein Problem: Die Stahl-Kardanwelle sollte ohnehin durch eine aus einem anderen Material ersetzt werden.

Auch der Turbolader braucht Platz. Verbaut wird ein Single-Turbo mit dem bereits vorhandenen Krümmer, das Wastegate sitzt oben. Weil unten wenig Raum für das Frischluftgehäuse bleibt, wird der Motorhalter dort noch umkonstruiert.

Der Abgasstrang ist zunächst einflutig. Als nächste Schritte nannte Daniel im Video:

  1. Ölwanne anpassen. Sie bleibt der größte Aufwand beim Umbau.
  2. Halter ausrichten. Die Motorhalter werden zum Lenkgetriebe hin noch besser ausgerichtet.
  3. Turbolader einsimulieren. Der Lader aus Amerika sollte nach seiner Ankunft gescannt werden.
  4. Krümmer prüfen. Dabei zählt das Kippmoment des Motors, je nachdem, wie er gelagert ist.

Der eingebaute Motor war übrigens nur ein Dummy. Der eigentliche Motor lag zerlegt in der Werkstatt, und nach der Positionierung war die Versteifung der Karosserie geplant.

Fazit: Was hat der zweite Anlauf beim S55-Swap gebracht?

Einen großen Schritt: Der Motor sitzt weit genug hinten, die Lenkspindel passt und die originalen Befestigungspunkte bleiben erhalten. Der Preis dafür sind eine angepasste Ölwanne und eine neue Kardanwelle.

Max zeigt bei solchen Umbauten bewusst, wie und mit welchem Hintergrund wir sie machen. Mehr zu unserer Arbeit an Motor und Antrieb findest du auf der Seite Motor & Getriebe, Teile für den M3 in der Kategorie BMW M3 E46.

Häufige Fragen

Warum soll der Motor beim S55-Swap im E46 M3 möglichst weit nach hinten?

Damit der Schwerpunkt hinter die Vorderachse kommt. Sitzt das Gewicht zu weit vorne, neigt das Auto laut Max in schnellen Kurven zum Untersteuern und lenkt schlechter. Ziel ist eine Verteilung nahe 50:50.

Max erklärt’s im Video ab 4:38 →

Kann man mit 3D-gedruckten Motorhaltern fahren?

In diesem Projekt nicht. Die gedruckten Motor- und Getriebehalter dienen nur dazu, die Motorposition festzulegen. Gefahren wird mit ihnen nicht.

Max erklärt’s im Video ab 6:29 →

Bleiben beim S55-Swap im E46 die Serien-Motorlager?

Vorerst ja, weil die originalen Punkte gebraucht werden. Ob später PU-, Uniball- oder andere Lager hineinkommen, ist laut Max dafür egal.

Max erklärt’s im Video ab 8:43 →

Passt die Serien-Kardanwelle beim S55-Swap im E46 M3?

Nein. Mit der neuen Motorposition müssen Ölwanne und Kardanwelle geändert werden. Die Stahl-Kardanwelle sollte ohnehin durch eine aus anderem Material ersetzt werden.

Max erklärt’s im Video ab 11:05 →
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