F80 M3 Kaufberatung von unten: Achsträger, Differenzial, DKG
Ein F80 M3 mit hoher Laufleistung ist laut Max kein Risiko, wenn er gepflegt wurde. Beim Ölservice an einem M3 Competition zeigte er, was du von unten prüfen solltest – vom Hinterachsträger bis zum Motorölkühler.
F80 M3 Kaufberatung von unten: Sind 160.000 km zu viel?
Nein, wenn das Auto vernünftig gepflegt wurde. So beantwortete Max in seiner F80 M3 Kaufberatung von unten die häufigste Frage – auch für 180.000 oder 250.000 km 18:01.
Gezeigt hat er das im Video vom Oktober 2024 an einem Kundenauto beim Ölservice:
- Fahrzeug
- BMW M3 Competition (F80), Ende 2017, LCI
- Motor
- S55
- Getriebe
- Doppelkupplungsgetriebe (DKG)
- Laufleistung
- 80.000 km, aus zweiter oder dritter Hand
- Fahrwerk
- KW V3+
- Räder
- Edelweiss LT3 in 20 Zoll
- Anbauteile
- CS-Endschalldämpfer, M-Performance-Spoiler
Schäden am S55 waren laut Max bisher immer auf etwas anderes zurückzuführen: eine schlechte Reparatur, eine unterlassene Reparatur oder defekte Teile. Ein Scheckheft und keine großen Unfälle sind die Basis, ein bisschen Lack ist nach der Zeit normal.
Ölverbrauch und blauer Rauch entstehen laut Max, wenn sich die Kolbenringe mit Ablagerungen zusetzen und nicht mehr richtig abstreifen. Wie du das ohne Motorausbau prüfst, steht in unserem Beitrag S55 Ölabstreifringe verkokt.
Zum Markt sagte Max im Oktober 2024: Bei den F8X gebe es fast nur noch sehr gute Originalautos, die ihre Besitzer kaum hergeben, oder günstige Importe mit Unfallvergangenheit.
Bei einem angeblich unfallfreien M4 Cabrio griff er in den Radkasten und hatte nassen Scheibenkleber in der Hand. Worauf du von außen achtest, zeigt unser Beitrag BMW M4 F82 kaufen – die Stellen sind laut Max bei Limousine, Coupé und Cabrio ungefähr gleich.
Warum ist das Motoröl beim Ölwechsel so schwarz?
Weil es den Motor reinigt, und das ist ein gutes Zeichen. Beim F80 im Video kam das Motul 5W-40 300V nach 10.000 km sehr dunkel heraus 16:13.
Das Auto lief vorher im Long-Life-Service, das Öl wurde nur alle 28.000 bis 30.000 km gewechselt. Entsprechend viele Ablagerungen löst das Motul-Öl jetzt aus dem Motor.
„Es ist ja eigentlich gut, wenn das Öl so aussieht, weil würde es nicht so aussehen und du würdest quasi in einem dreckigen Motor nach zweitausend Kilometer sauberes Öl rauslassen, heißt es ja im Grunde, dass die Innenreinigungswirkung von dem Motoröl nicht so gut ist.“
Max im Video 16:46
Für den S55 empfiehlt Max einen Ölwechsel alle 8.000 bis 10.000 km mit einem hochwertigen 5W-40, etwa von Motul oder Ravenol, immer zusammen mit einem neuen Ölfilter. Den Ölservice empfehlen wir vor Saisonende, bevor das Auto eingewintert wird.
Was zu einem Service bei uns gehört, steht unter Service & Wartung.
Ein Auto mit Doppelkupplungsgetriebe immer zuerst aufbocken und erst dann die Zündung ausmachen. Sonst geht das DKG in P, und das Auto lässt sich nicht mehr rollen.
Worauf solltest du am Hinterachsträger des F80 M3 achten?
Auf Rost. Der Hinterachsträger ist aus Stahl und ab Werk nur mit einer dünnen schwarzen KTL-Schicht überzogen, einer Art Tauchbad. Hat das Auto ein paar Winter gesehen, setzt er Rost an 18:55.
Beim eigenen Track-M4 (F82) saß der Rost so tief in den Hohlräumen, dass sich Entrosten nicht lohnte. Wir haben einen neuen Träger eingebaut, ihn vorher noch einmal beschichtet und an allen Schweißstellen eingewachst.
Der Träger hat aber auch einen Vorteil: Er ist ohne Gummilager starr an die Bodengruppe geschraubt. Dadurch bleibt der F80 laut Max auch auf unebener Fahrbahn sehr spurtreu und stabil.
Beim E46 und E92 sitzen dagegen große Gummi-Tonnenlager im Achsträger. Wir ersetzen sie durch Vollalu-Lager wie unsere MxM Alu-Tonnenlager für E36 und E46, um die starre Anbindung nachzubilden und die Bodengruppe zu entlasten.
KW V3+: Was das Plus bedeutet
V3 steht für drei Einstellungen: Höhe, Zugstufe und Druckstufe. Das Plus bedeutet laut Max, dass du Zug- und Druckstufe ohne Radabbau verstellen kannst – unten die Druckstufe, oben die Zugstufe 21:18.
Das KW V3+ für M3 F80 und M4 F82 führen wir im Shop, mehr zum Fahrwerk steht unter KW-Fahrwerk für BMW.
Schadet Launch Control dem Antrieb beim F80 M3?
Ja. Jeder Launch-Control-Start und jeder Vollgasstart an der Ampel gibt laut Max einen enormen Ruck in den Antrieb 24:50.
Am F80 im Video zeigte er, wie viel Spiel schon im oberen Differenziallager steckte – mit dem Daumen, ohne viel Kraft. Kommen harte Starts und mehr Leistung zusammen, reißt das laut Max Differenzial, Dichtungen, Lager und Gummilager auseinander. Sein Rat: beim Fahren mitdenken und nichts mutwillig kaputt machen.
Das Differenzial mit elektronisch geregelter Sperre ist sonst unauffällig, manchmal aber am Eingang undicht. Dann prüfst du das Spiel im Eingangslager und entscheidest, ob sich eine Revision lohnt oder ein Umbau auf eine Drexler-Sperre.
Abgebrochene Kühlrippen am Differenzialgehäuse sind unkritisch, solange genug für die Kühlung übrig bleiben.
Warum vibriert die Bremse beim F80 M3 nach starkem Bremsen?
Vor allem wegen der Serienbeläge. Die kleine blaue Vierkolbenanlage reicht laut Max für die Straße. Nach einer starken Bremsung, etwa von 200 auf 150 km/h, kennen viele F8X-Fahrer aber eine Vibration 26:37.
Max empfiehlt mindestens die Performance-Beläge aus der Sonderausstattung oder Beläge von Endless oder Pagid. Dazu das Ankerblech bearbeiten oder durch eine Belüftung ersetzen, damit die Scheibe atmen kann. Eine echte Bremsenbelüftung vorn wie beim F87 haben M3 und M4 der F8X-Reihe nicht.
Max sieht dabei beide Seiten: Eine Belüftung bringt bei Regen oder im Winter auch Wasser und Matsch auf die Scheibe. Mehr zu Bremsen-Upgrades findest du unter Bremsen für BMW.
FLURO-Lager in der Zugstrebe: kleines Upgrade für die Vorderachse
Serienmäßig sitzt im Lager der Zugstrebe, des großen Lenkers an der Vorderachse, ein Gummilager. Max bewegt es schon mit wenig Hebelkraft 29:48.
Ersatz ist ein Gelenklager von FLURO in einer Edelstahlbuchse mit Aluträger. Der Lenker federt dann nur noch normal ein und aus, Stöße und Reißen bei Lenk- oder Bremsmanövern fallen weg.
„Das ist ein kleines, feines Upgrade, was wirklich viel bringt an Fahrstabilität und auch Druckpunkt in der Bremse.“
Max im Video 31:49
Mit etwas Übung kannst du das Lager laut Max selbst einbauen. Mehr zur Abstimmung findest du unter Fahrwerkstechnik.
Wann sollte man beim F80 M3 das DKG-Öl wechseln?
Spätestens nach drei bis fünf Jahren. Laut Max entstehen die meisten DKG-Schäden, wenn das Getriebeöl 120 bis 130 Grad überschreitet und „crackt“ 33:54.
Das Öl kippt dann wie ein Teich im Hochsommer: Es verändert seine Farbe und verliert seine Wirkung. Laut Max nimmt es dabei Stoffe auf, die sich auf der Steuerelektronik ablagern können – und die läuft beim DKG im Öl.
Im schlimmsten Fall folgen Schaltausfälle oder Schäden an den Kupplungen. Deshalb sollte die serienmäßige Lifetime-Füllung raus. Bei jedem DKG-Service verwenden wir Motul DCTF High Torque.
Was bringt die MxM DKG-Ölwanne?
Ab Werk hat das DKG außer einem kleinen Abluftschacht keine Kühlung, es sitzt hinter Filz-Unterfahrschutz und Kunststoffwanne. Unsere MxM DKG-Ölwanne aus Aluminium steht ein, zwei Millimeter aus dem Schutz heraus und gibt über Kühlrippen Wärme an den Fahrtwind ab 36:26.
Auf der Rennstrecke sind laut Max teilweise 30 bis 40 Grad weniger Getriebeöltemperatur drin. Dazu kommen: keine Undichtigkeit wie bei Kunststoff, größere Schwallbleche, ein doppelt so starker Magnet und eine tauschbare Silikondichtung.
Den Unterfahrschutz schneiden wir aus, statt ihn wegzulassen. Gefertigt wird die Wanne zusammen mit HSZ Fertigungstechnik in der Schweiz. Selbst einbauen kann sie, wer einen vernünftigen DKG-Service durchführen kann.
Warum solltest du den Motorölkühler beim F80 reinigen?
Weil er unten liegt und alles sammelt, was von der Straße kommt. Im Ölkühler des F80 fand Max Laub, Zigarettenstummel, Styropor, Insekten und Vogelfedern 39:29.
Das hat zwei Folgen: Der Kühler setzt sich zu, Fahrtwind kommt nicht mehr durch. Schlimmer ist die Pampe aus Dreck, Streusalz und Feuchtigkeit, die den Aluminiumkühler laut Max durchoxidieren lässt.
Ein undichter Ölkühler verliert Öl auf die Straße, und im schlimmsten Fall fehlt dem Motor der Öldruck bis zum Motorschaden. Bei den G-Modellen ist der Kühler genauso angeordnet. So reinigst du ihn laut Max auch zu Hause:
- Ecken abschrauben. Die beiden Ecken links und rechts an der Stoßstange lösen.
- Schutz abnehmen. Er hängt nur an kleinen Schrauben.
- Ölkühler abklappen. Mit einer kleinen Ratsche, 8er- und 13er-Nuss abschrauben. Der Kühler klappt nach unten, Öl kommt dabei nicht heraus.
- Vorsichtig absaugen. Mit einer langen Lanze, möglichst ohne den Kühler zu berühren. Ohne Staubsaugeraufsatz helfen kleine Greifer, um Blätter herauszuziehen.
„All das ist besser, als gar nichts zu tun.“
Max im Video 42:20
Beim Crank Hub Fix kommt der Ölkühler ohnehin herunter, deshalb reinigen wir ihn dabei immer mit – laut Max „nicht gegen Verrechnung, sondern es gehört bei uns einfach dazu“.
Fazit: Lohnt sich ein gebrauchter F80 M3 mit hoher Laufleistung?
Ja, wenn die Wartung stimmt. Eine hohe Laufleistung schreckt Max beim S55 nicht ab. Entscheidend sind gepflegte Technik, regelmäßige Ölwechsel und ein Blick von unten auf Achsträger, Differenzial und Ölkühler.
Die Schwachstellen sind überschaubar: Rost am Achsträger, Spiel im Antrieb nach harten Starts, Serienbeläge, Lifetime-Öl im DKG und ein verschmutzter Ölkühler. Auf Weiteres muss man beim Kauf laut Max eigentlich nicht achten.
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Häufige Fragen
Kann man einen F80 M3 mit 160.000 km kaufen?
Ja, laut Max auch mit 180.000 oder 250.000 km, wenn das Auto vernünftig gepflegt wurde. Schäden am S55 gingen bisher auf schlechte oder unterlassene Reparaturen zurück.
Warum ist das Motoröl beim ersten Wechsel so schwarz?
Weil das Öl Ablagerungen aus langen Long-Life-Intervallen löst. Laut Max ist das ein gutes Zeichen für die Reinigungswirkung des Öls.
Rostet der Hinterachsträger beim F80 M3?
Ja, nach ein paar Wintern. Er ist aus Stahl und ab Werk nur dünn KTL-beschichtet. Bei starkem Rost in den Hohlräumen ist ein neuer Träger laut Max sinnvoller als Entrosten.
Wann sollte man beim DKG das Getriebeöl wechseln?
Die serienmäßige Lifetime-Füllung sollte laut Max spätestens nach drei bis fünf Jahren raus. Wir verwenden bei jedem DKG-Service Motul DCTF High Torque.
Wie oft sollte man beim S55 das Öl wechseln?
Laut Max alle 8.000 bis 10.000 km mit einem hochwertigen 5W-40 und immer mit neuem Ölfilter, am besten zum Saisonende.
Warum sollte man den Motorölkühler reinigen?
Weil sich darin Laub und Schmutz sammeln. Der Kühler setzt sich zu, und mit Streusalz kann er laut Max durchoxidieren und undicht werden.




