BMW 435i aus Japan: Falsche Bremse und Tuning-Spuren am N55

Im Video von Mai 2021 nimmt Max einen auffällig getunten BMW 435i aus Japan unter die Lupe. Er zeigt, woran er die umgebaute Bremse und frühere Tuning-Spuren am N55 erkennt und wie er Fehlkäufe auf Auktionen sonst vermeidet.

MX Motorsports · Wissen aus dem Video mit Max 4 Min. Lesezeit

Im Video – direkt zur Stelle springen:

Was für ein BMW 435i kam aus Japan?

Ein auffällig getunter 435i Coupé (F32), den Max bewusst als Überraschung ersteigert hat. Im Video von Mai 2021 schaut er sich den BMW 435i aus Japan zum ersten Mal genauer an 07:24.

Gekauft hat er ihn im Januar 2021 zu dritt, mit seinem Import-Partner und einem Bekannten aus Würzburg. Das Tuning war schon auf der Auktion nicht zu übersehen, also boten sie zum Spaß einen festen Betrag – und bekamen den Zuschlag zum Mindestpreis.

Der Import-Partner wickelte Zoll und Shipping ab. Der 435i kam am selben Tag an wie die M3 und der M5 aus unserem Beitrag zum BMW E60 M5 aus Japan, wurde aber in Würzburg abgeladen.

Modell
BMW 435i Coupé (F32)
Motor
N55, Drei-Liter-Sechszylinder mit einem Turbolader
Laufleistung
64.302 km
Farbe
Schwarz mit roter Innenausstattung
Bremse ab Werk
M Performance (laut Fahrgestellnummer)
Sperrdifferenzial
keins

Woran erkennst du eine umgebaute Bremse?

Am Abgleich mit der Fahrgestellnummer. Max hat sie durch seinen BMW-Rechner laufen lassen: Ab Werk hatte der 435i die M Performance Bremse mit vier Kolben vorn und zwei hinten 10:36.

Verbaut ist aber eine deutlich kleinere Anlage. Johnny tippt auf die Bremse eines 420d oder 320d.

Hinten sieht es nicht besser aus: Die Beläge sind zu klein und bremsen nur auf drei Vierteln der Bremsscheibe. Sattel und Halter stammen laut Max auf jeden Fall von einem Vierzylinder.

Weil die Teile recht neu aussehen, geht Max davon aus, dass die Bremse vor der Auktion umgebaut wurde. Auf den unscharfen Auktionsbildern war davon nichts zu sehen. Mehr zum Thema findest du auf unserer Seite Bremsen für BMW.

Woran erkennt man beim N55, ob er getunt war?

An typischen Spuren im Motorraum. Schon nach den ersten Metern war sich Max sicher, dass der 435i getunt war oder ist, weil er untenrum auffällig gut zieht. Unter der Haube findet er drei Hinweise 13:33:

  • Alu-Chargepipe: Laut Max baut man sie beim N55 nur ein, wenn man deutlich mehr Ladedruck fährt, also Stage 2 oder eine starke Stage 1. Das Original aus Kunststoff hält das nicht aus.
  • Lose Lambdasonden-Kabel: Sie stecken in keiner Führung, eine Abdeckung fehlt. Für Max ein Zeichen, dass die Downpipe schon einmal draußen war.
  • Lose Ansaugung: Die Frischluftzufuhr für den Turbo ist komplett lose. Das Auto hatte laut Max sicher eine andere Ansaugung.

„Eine Alu-Charge-Pipe bei N55-Motoren macht man eigentlich nur rein, wenn man viel, viel mehr Ladedruck fährt“

Max im Video 14:12

Wer die originale Downpipe ausbaut, baut laut Max kaum wieder eine originale ein. Auf die Bühne konnte der 435i an diesem Tag allerdings nicht, weil beide Bühnen belegt waren.

Für den N55 im 435i führen wir die MxM ECE Downpipe N55, weitere Modelle findest du in der Kategorie Downpipes mit Sport-Kat für BMW.

Was wurde am 435i sonst verändert?

Vor allem die Optik. Die Streifen sind nicht foliert, sondern direkt aufs Auto lackiert, und ein Schriftzug aus Folie sitzt spiegelverkehrt 12:44.

Die LED-Scheinwerfer sind lackiert und laut Max nicht mehr zu retten. Neue müssen rein: So sehen sie nicht gut aus, die Lichtausbeute dürfte schlecht sein, und fahren kann man damit so nicht. Auch das BMW-Emblem ist lackiert.

Innen wurden die gebürsteten Aluleisten im Wassertransferverfahren veredelt, dazu kommt aufgeklebtes Kunststoff-Carbon. Dabei ist ein schwarzes 435i Coupé mit roter Innenausstattung laut Max eigentlich ein schönes Auto.

Seinen eigenen Stil beschreibt Max anders:

„Meins ist es nicht und auch im letzten Video hab ich gesagt, ich bin mehr so der OEM-Plus-Fan.“

Max im Video 10:14

Für ihn heißt das: dezenter Lack, gute Räder, Fahrwerk, vielleicht noch mehr Leistung und eine Abgasanlage – aber kein Zierrat. Teile in diesem Sinn findest du in der Kategorie Tuning-Teile für BMW 1er bis 5er & Z4.

Wie fährt sich der 435i?

Mit Geräuschen. Vor der ersten Runde im Hof wollte Max die Räder nachziehen, weil er nicht wusste, in welchem Zustand die Reifen sind. Auf dem Tacho stehen 64.302 km 17:53.

Unterwegs knackt es in der Lenkung. Ein Summen kommt laut Max nicht vom Motor, er vermutet, dass der Auspuff irgendwo ansteht, weil er nicht richtig zusammengebaut ist.

Leise ist der 435i trotzdem. Das ist laut Max original so, solange kein Performance-Endschalldämpfer verbaut ist. Ein Sperrdifferenzial hat er nicht, er ist ja kein M.

Wie vermeidest du Fehlkäufe bei Auktionen in Japan?

Mit einer Besichtigung vor Ort. Auf den Bildern wirkt so ein Auto wie ein schwarzer 435i, bei dem man nur etwas Folie abziehen muss – und dann kommt so etwas an 20:49.

Normalerweise schickte Max deshalb einen Kumpel hin, der laut ihm damals etwa fünf Gehminuten von der Auktion entfernt wohnte:

„Wenn ich ’n Auto hab, wo ich sag, okay, das ist es, dann fährt er dahin und schaut sich das an.“

Max im Video 21:00

Dieser 435i war die Ausnahme, ein bewusstes „Überraschungsei“: Dass er in schlechtem Zustand ist, stand laut Max schon in der Auktion. Die Autos, die wir sonst kauften, waren laut Max top beziehungsweise so, wie der Kunde es sich für sein Budget vorstellte.

Was gibt es Neues beim E31 850i?

Das Bodykit ist angekommen. Der Karton war laut Max rund drei Meter lang und 120 Kilo schwer, und am 850i war bis dahin nichts passiert, weil wir auf das Kit gewartet haben 01:26.

In der Tiefgarage halten Max und Johnny die Teile probeweise an. Weil das Kit schwarz ist und das Auto nicht silber, dürfte es laut Max auch unlackiert gut aussehen. Wie es weiterging, zeigt unser Beitrag BMW 850i Rocket Bunny: Erste Anprobe des Widebody-Kits am E31.

Fazit: Was zeigt der BMW 435i aus Japan?

Dass Auktionsbilder nicht alles zeigen. Falsche Bremse, lackierte Scheinwerfer und Tuning-Spuren am N55 hat Max erst entdeckt, als das Auto vor ihm stand.

Bei diesem 435i war das Risiko gewollt, er wurde bewusst zum Mindestpreis ersteigert. Wer ein Auto aus Japan wirklich fahren will, lässt es nach Max’ Vorgehen vorher vor Ort besichtigen.

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Häufige Fragen

Woran erkennt man beim N55, ob er getunt war?

Am 435i aus dem Video an einer Alu-Chargepipe, an Lambdasonden-Kabeln ohne Führung samt fehlender Abdeckung und an einer losen Ansaugung. Die Kabel deuten laut Max darauf hin, dass die Downpipe schon einmal draußen war.

Max erklärt’s im Video ab 13:33 →

Wofür braucht man beim N55 eine Alu-Chargepipe?

Laut Max nur für deutlich mehr Ladedruck, etwa bei Stage 2 oder einer starken Stage 1. Das Original aus Kunststoff hält das nicht aus.

Max erklärt’s im Video ab 14:12 →

Wie findet man heraus, welche Bremse ab Werk verbaut war?

Über die Fahrgestellnummer. Max ließ sie durch seinen BMW-Rechner laufen, der für den 435i die M Performance Bremse anzeigte – verbaut war aber eine kleinere.

Max erklärt’s im Video ab 10:36 →

Hatte der 435i aus dem Video ein Sperrdifferenzial?

Nein. Im Video stellen Max und Johnny fest, dass der 435i kein Sperrdifferenzial hat – er ist ja kein M.

Max erklärt’s im Video ab 21:28 →

Wie vermeidet man Fehlkäufe bei Auktionen in Japan?

Mit einer Besichtigung vor Ort. Max hat dafür einen Kumpel, der etwa fünf Gehminuten von der Auktion entfernt wohnt und sich ausgewählte Autos vor dem Kauf ansieht.

Max erklärt’s im Video ab 21:00 →
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