C63 S Stage 2 (M177): Downpipes, OPF und Kat erklärt
Im Video vom März 2021 baut Max einen Mercedes-AMG C63 S Facelift mit 510 PS auf Stage 2 um. Dabei erklärt er, wie der OPF arbeitet, worin er sich vom Kat unterscheidet und warum für die Downpipes das Getriebe herauskommt.
Was gehört zum C63 S Stage 2?
Vier Bausteine: BMC-Rennfilter, Spacer für die Schubumluftventile, unsere Downpipes mit HJS-Sportkatalysatoren und die passende Programmierung. So sah im Video vom März 2021 der C63 S Stage 2 aus, den Max am Facelift eines Kunden umsetzt 02:58.
Ab Werk hatte das Auto 510 PS und einen Ottopartikelfilter. Der Kunde wollte seinen C63 mit Panamericana-Grill behalten und fragte, ob wir helfen können.
- Fahrzeug
- Mercedes-AMG C63 S Facelift
- Motor
- M177, 4,0-Liter-V8-Biturbo
- Serie
- 510 PS, mit Ottopartikelfilter
- Ansaugung
- BMC-Rennfilter
- Schubumluft
- Spacer für beide Ventile
- Downpipes
- HJS-Metallkat mit 300 Zellen, hitzeummantelt
Das Herz ist der M177. Der C63 ab W205/C205 hat einen 4,0-Liter-V8-Biturbo mit zwei innenliegenden Ladern. Max hält das für ein gutes Konzept, weil man oben relativ einfach an die Lader kommt, wenn man auf größere Turbos umbauen will.
Wie funktioniert der OPF am C63?
Er filtert Partikel aus dem Abgas und wird über den Druck vor und hinter dem Filter überwacht. OPF steht für Ottopartikelfilter, das Gegenstück zum Dieselpartikelfilter für Benzinmotoren 06:26.
Er soll die Partikel filtern, die bei der Verbrennung des Kraftstoff-Luft-Gemischs entstehen, um die Feinstaubbelastung zu senken. Am C63 sitzen zwei OPFs unter dem Auto, einer für jede Zylinderbank.
Von dort gehen die Downpipes hoch zu den Turbos. Direkt hinter den Turbos sitzen noch zwei Katalysatoren mit Keramikträger.
Am OPF sitzen zwei metallische Anschlussleitungen für den Differenzdrucksensor. Metallisch, weil es dort durch den starken Rückstau sehr heiß wird. Der Sensor hat zwei Eingänge und misst den Druck vor und hinter dem Filter.
Aus dieser Differenz errechnen das Motorsteuergerät und die umliegenden Steuergeräte, wie voll der Filter ist und ob er gereinigt werden muss. Gereinigt wird laut Max entweder von Hand oder durch das System, über ein heißeres oder kälteres Gemisch und damit heißere oder kältere Abgase.
Einen OPF haben nicht nur Mercedes-Modelle. Im März 2021 nennt Max auch den BMW M4 ab Mitte 2019 und die damals neuen M3, M4 und M5.
Was ist der Unterschied zwischen Kat und OPF?
Durch den Kat strömt das Abgas geradeaus, im OPF muss es die Gasse wechseln. Im Kat wandern die Abgase durch feine Kanäle in einer geraden Linie von vorne nach hinten 14:03.
Im OPF treffen sie auf die Oberfläche, wandern hinein und müssen mittig komplett in eine andere Gasse wechseln. Auf einer anderen Ebene verlassen sie den Filter wieder, und so werden die Feinstaubpartikel herausgefiltert.
Max zeigt das an der ausgebauten Serien-Downpipe der rechten Bank: oben die Kat-Patrone, darunter groß der Ottopartikelfilter. Die Struktur des OPF ist etwas gröber als die feinen Waben im Kat.
Darf man einen Sportkat hitzeummanteln?
Nur, wenn der Kat dafür gemacht ist. In unseren Downpipes für den C63 steckt ein HJS-Metallkatalysator mit 300 Zellen, und den darf man laut Hersteller hitzeummanteln:
„Diesen Katalysator dürfen wir laut HJS hitzeummanteln.“
Max im Video 11:35
Bei günstigeren Kats mit keramischem Träger ist das laut Max keine gute Idee: Der Kat wird zu heiß, überhitzt und geht kaputt.
Auch innen unterscheiden sich die Kats. Der Keramikträger der originalen Downpipe hat ganz feine Waben, der HJS-Metallkat eine raue, grobe Oberfläche. Die Downpipe selbst ist außen und innen verschweißt und verschliffen, mit einem glatten Anschluss direkt am Turbo.
Können Pops & Bangs den Kat zerstören?
Ja, das kann passieren. Max zeigt einen zerstörten Serien-Keramikkat aus einem C63 mit nachprogrammierter Schubabschaltung, der laut Max wahrscheinlich an der Hitze und den Explosionen gestorben ist 13:01.
Das Knallen im Schub entsteht laut Max durch eine Nacheinspritzung, also durch Kraftstoff. Max selbst ist kein großer Fan nachprogrammierter Schubabschaltungen, die unnatürlich klingen.
Warum muss für die Downpipes am C63 das Getriebe raus?
Weil die Downpipes sonst nicht sauber herauskommen. Sie gehen weder nach oben noch nach unten einfach heraus, und mittendrin sitzt das Getriebe als riesiger Block 09:39.
Wir bauen die Downpipes deshalb ohne Flexen und Schneiden aus: Getriebe raus, dann die Downpipes nach unten herausziehen. Den Grund nennt Max gleich mit:
„Abgesehen davon ist es so, dass manche auch die Autos wieder hundertprozentig auf Serie zurückrüsten möchten.“
Max im Video 10:27
Werden die Serienteile durchgeschnitten oder geflext, ist es laut Max schwierig, sie wieder hundertprozentig sauber zusammenzubekommen, etwa wenn das Auto verkauft wird oder wieder Serie fahren soll. Der Getriebeausbau ist für ihn deshalb „die sauberste Variante“.
Wie wir beim C63 vorgehen, steht auf unserer Seite Leistungssteigerung für Mercedes-AMG.
Warum braucht der M177 einen Spacer am Schubumluftventil?
Weil das Ventil direkt im heißen Ladeluftstrom sitzt. Beim M177 sitzt das Schubumluftventil unmittelbar hinter dem Ausgang des Turbos, nicht erst nach dem Ladeluftkühler oder wie bei BMW einen halben Meter später 16:40.
Bei viel Leistung wird die Ladeluft sehr heiß und bläst direkt auf das Ventil. Dann kann es verschmoren und nicht mehr dicht machen. Die Folge sind laut Max Ladedruckprobleme, weil die Lader dauerhaft zu viel Druck machen und sich quälen.
Der Spacer wird einfach dazwischengesteckt. Dann steht nur noch er im Strom, nicht mehr das Kunststoffteil mit der Membran.
Warum gehört ein BMC-Filter dazu?
Damit die Lader genug Luft bekommen. Bei Stage 1+ und Stage 2 bauen wir am C63 immer BMC-Filter ein, denn ein Papierfilter reduziert laut Max die Strömungsgeschwindigkeit 15:50.
Max hatte mit den Filtern bis dahin nur gute Erfahrungen gemacht. Sie zerstören laut ihm weder Lambdasonden noch Luftmassenmesser.
Weitere Teile für den C63 findest du in unserer Kategorie Teile für Mercedes-AMG.
Was ist besser: BMW M4 oder Mercedes-AMG C63?
Keiner von beiden, sagt Max. Die Autos lassen sich kaum vergleichen, weil die Motoren in unterschiedlichen Klassen spielen 24:24.
„Der M4 ist halt etwas sportlicher, er wiegt auch weniger, muss man ganz ehrlich so sagen. Aber der C63 ist halt Autobahndampfhammer, das ist halt abnormal.“
Max im Video 25:30
Grob ausgedrückt ist der C63 für Max ein deutsches Muscle Car. Bei der Probefahrt beeindruckt ihn vor allem das Drehmoment, das der V8 schon untenherum liefert.
Fazit: Worauf kommt es beim C63 S Stage 2 an?
Auf die saubere Ausführung. Getriebe raus statt Flex, ein Kat, der die Hitzeummantelung verträgt, und ein Spacer, der das Schubumluftventil schützt: Max setzt auf Lösungen, die halten und eine Rückrüstung auf Serie offenlassen.
Eine Leistungsangabe nach dem Umbau nennt Max im Video nicht. Für ihn zählt bei diesem Auto der Charakter, und den beschreibt er mit einem Wort: Autobahndampfhammer.
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Häufige Fragen
Wie funktioniert ein Ottopartikelfilter (OPF)?
Er ist das Benziner-Gegenstück zum Dieselpartikelfilter und filtert Partikel aus dem Abgas. Ein Differenzdrucksensor misst den Druck vor und hinter dem Filter, daraus errechnen die Steuergeräte den Füllungsgrad.
Was ist der Unterschied zwischen Katalysator und OPF?
Im Kat strömt das Abgas geradeaus durch feine Kanäle. Im OPF muss es mittig in eine andere Gasse wechseln und tritt auf einer anderen Ebene wieder aus, so werden die Partikel gefiltert.
Darf man einen Sportkatalysator hitzeummanteln?
Den HJS-Metallkat mit 300 Zellen laut HJS ja. Günstigere Kats mit Keramikträger werden laut Max dabei zu heiß, überhitzen und gehen kaputt.
Warum braucht der M177 einen Spacer am Schubumluftventil?
Das Ventil sitzt direkt hinter dem Turboausgang. Bei viel Leistung kann die heiße Ladeluft es verschmoren, dann drohen Ladedruckprobleme. Der Spacer nimmt es aus dem Strom.
Was ist besser: BMW M4 oder Mercedes-AMG C63?
Laut Max keiner von beiden. Der M4 ist sportlicher und leichter, der C63 ein Autobahndampfhammer. Beide haben ihren Reiz.


